Im Nachen


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Im Nachen.
Nach dem Oelgemälde von Professor Karl Raupp.

„Nun raste, treuer Nachen,
Nach athemloser Flucht!
Mein heimlich Glück nun berge,
Du dämmerstille Bucht!“

Der Jüngling, hocherglühend,
Zieht leis’ das Ruder ein –
Die Maid vor ihm erschauert
Und schweigt in süßer Pein.

Zum ahnungsvollen Herzen
Drängt stockend all ihr Blut;
Von ihrem Schooß die Rose
Entgleitet in die Fluth.

Sie kommt sich wie umsponnen
Von Märchenzauber vor –
Da dringen heiße Worte
Wie traumhaft an ihr Ohr.

Sie lauscht – wie warmer Lenzhauch
Sich’s über sie ergießt –
Sie glüht und gleicht der Blume,
Die zitternd sich erschließt. – –

Nun, Nachen, such’ dir selber
Durch’s Schilf verschwieg’nen Lauf! –
Zwei jungen Menschenherzen
Blüht lichter Frühling auf.

Ernst Scherenberg.