Kampf zwischen Schweden und Tartaren

[241]

Kampf zwischen Schweden und Tataren.
Nach dem Gemälde von Werner Schuch.

[259] Kampf zwischen Schweden und Tataren. (Zu dem Bilde S. 241.) Im Verlaufe des siebzehnten Jahrhunderts führten die Schwedenkönige Karl IX. und Gustav Adolf langjährige Kriege mit Polen. Auch Karl X., der Nachfolger von Gustav Adolfs Tochter Christine, war noch 1654 in einen solchen verwickelt. Das Bild Werner Schuchs stellt eine Kampfscene aus diesen Feldzügen dar, bei welchen es zwischen den Schweden und den mit Polen verbündeten Tataren zu häufigen Scharmützeln kam. Der schwedische Reitersmann durchbohrt den einen Tataren mit seiner Lanze, während der andere mit hochgeschwungenem Schwerte dem Gegner das Haupt zu spalten droht. Die kämpfenden Reiter und die sich bäumenden Rosse bilden eine lebensvolle Gruppe.

Der Name „Tataren“ hat eine schwankende Bedeutung. Ursprünglich nannte man so die Mongolen, dann die stammverwandten und von ihnen unterworfenen Völker. Gegenwärtig bezeichnet man damit in der Regel jene aus einer Vermischung der Mongolen mit türkischen Bestandtheilen hervorgegangene Völkerschaften, die ihrer Körperbildung nach mehr zur mongolischen Rasse, ihrer Sprache nach aber zur türkischen Völkerfamilie gehören. Dem russischen Reiche einverleibt, wohnen sie im Süden desselben, im Kaukasus, am Ural, an der Wolga und helfen stets die leichte Reiterei des Czarenreichs bilden. Zur Zeit jener Kriege mit den Schweden führten sie nicht nur das Schwert, sondern auch Pfeil und Bogen: der mehr im Hintergrunde des Bildes befindliche heransprengende Reiter hat den Bogen gespannt, um mit einem Pfeilschuß die sich nähernden Schweden zu begrüßen. †