Lied des Ziegenhirten


[271]

 Lied des Ziegenhirten.
(An meinen Nachbar Theokrit von Syrakusa.)

Da lieg ich, krank im Gedärm –
Mich fressen die Wanzen.
Und drüben noch Licht und Lärm:
Ich hör’s, sie tanzen.

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Sie wollte um diese Stund’

Zu mir sich schleichen:
Ich warte wie ein Hund –
Es kommt kein Zeichen!

Das Kreuz, als sie’s versprach!

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Wie konnte sie lügen?

Oder läuft sie Jedem nach,
Wie meine Ziegen?

Woher ihr seidner Rock? –
Ah, meine Stolze?

15
Es wohnt noch mancher Bock

An diesem Holze?

[272]

Wie kraus und giftig macht
Verliebtes Warten!
So wächst bei schwüler Nacht

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Giftpilz im Garten.


Die Liebe zehrt an mir
Gleich sieben Uebeln –
Nichts mag ich essen schier,
Lebt wohl, ihr Zwiebeln!

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Der Mond ging schon in’s Meer,

Müd sind alle Sterne,
Grau kommt der Tag daher –
Ich stürbe gerne.