Lied des Gefangenen

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V.

Lied des Gefangenen.

     Als meine Großmutter die Lise behext,
Da wollten die Leut sie verbrennen.
Schon hatte der Amtmann viel Dinte verklext,
Doch wollte sie nicht bekennen.

5
     Und als man sie in den Kessel schob,

Da schrie sie Mord und Wehe;
Und als sich der schwarze Qualm erhob,
Da flog sie als Rab’ in die Höhe.

     Mein schwarzes, gefiedertes Großmütterlein!

10
O komm’ mich im Thurme besuchen,

Komm’! fliege geschwinde durch’s Gitter herein,
Und bringe mir Käse und Kuchen.

     Mein schwarzes, gefiedertes Großmütterlein!
O möchtest du nur sorgen,

15
Daß die Muhme nicht auspickt die Augen mein,

Wenn ich luftig schwebe morgen.