Lumpenhochzeit

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Lumpenhochzeit.

In der alten Heideschenke
Zittern heute Diel und Decke,
Reichlich fliessen die Getränke,
Dass der Braten besser schmecke.

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Hochzeit hat die rote Jule

Mit Hansjörg, dem Pferdediebe, –
Sitzen auf bekränztem Stuhle,
Schon beseelt von Grog und Liebe.

Jules Bräut’gam ist ein hag’rer,

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Rings gefürchteter Geselle,

Seine Gäste: Wegelag’rer,
Fürchten sämtlich sehr das Helle.

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Diese Hochzeit kam der Bande
Just zu frechem Spiel gelegen;

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Im gestohl’nen Messgewande

Sprach der Erzschelm Schnipps den Segen.

Holla! braune Betteljungen,
Flöten lasst und Fiedeln tönen!
Hei! da drehten sich und schwungen

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Schwarze Bursche, wilde Schönen.

Auch der Bräut’gam wirbelt seine
Dralle Braut durch Flur und Stube –
Fussgetrampel und nicht feine
Scherze füll’n die Mördergrube.

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Draussen plötzlich tönt ein Pfeifen …

Schrecken malt die Angesichter;
Kreischend nach den Bündeln greifen
Sieht man rasch das Diebsgelichter.
»Die Gensdarmen kommen! – munter!« –

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Und ein Fluchen war’s und Toben –

Stolpernd ging es drauf und drunter,
Eh’ sie auseinander stoben.

Schnapphans griff nach seiner Tasche,
Puff zum Rock und Krack zum Hute,

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Lene nach der Branntweinflasche –

Hansjörg schwang sich auf die Stute
Und liess seine Braut im Stiche,
Um bequemer zu verschwinden! –
Doch die kennt die Strich’ und Schliche

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Und wird ihn schon wiederfinden!


Richard Zoozmann.