MKL1888:Beudant

[840] Beudant (spr. bödāng), François Sulpice, Mineralog und Physiker, geb. 5. Sept. 1787 zu Paris, war Zögling der polytechnischen und der Normalschule daselbst, wurde 1811 Professor der Mathematik am Lyceum zu Avignon, 1813 Professor der Physik am Collège zu Marseille, 1815 Unterdirektor der Mineraliensammlung des Königs, bald darauf Professor an der Universität zu Paris und 1840 Generalinspektor derselben. Er starb 10. Dez. 1850. B. studierte das Verhältnis zwischen chemischer Zusammensetzung und Kristallisation, die Möglichkeit des Fortlebens der Meeresmollusken in süßem Wasser und lieferte auch Untersuchungen über das spezifische Gewicht der Mineralien und die chemischen Analysen der Mineralkörper. Er schrieb: „Voyage minéralogique et géologique en Hongrie“ (1822, 3 Bde.; der 3. Band deutsch von Kleinschrod, Leipz. 1825), ein Werk, welches besonders in Hinsicht auf die Trachytformation und Tertiärgebilde Ungarns sehr wichtig ist; „Essai d’un cours élémentaire et général des sciences physiques“ (1828), sein Hauptwerk, das in den „Traité élémentaire de physique“ (6. Aufl. 1838; deutsch, Leipz. 1830) und den „Traité élémentaire de minéralogie“ (2. Aufl. 1830; deutsch, Leipz. 1826) zerfällt; „Cours élémentaire de minéralogie et de géologie“ (1841; 16. Aufl., Par. 1881; deutsch, Stuttg. 1858). Als Generalinspektor der Universität veröffentlichte B. auch „Nouveaux éléments de grammaire française“ (Par. 1841).