MKL1888:Blankenhain

[1004] Blankenhain, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar, 19 km von Weimar gelegen, 347 m ü. M., in einem wiesenreichen Thal, hat 1 Amtsgericht, 2 Kirchen, 1 altes Schloß der Grafen von Gleichen (jetzt Irrenanstalt, zugleich für Schwarzburg-Sondershausen), Porzellan- und Holzdrahtfabrikation, Weberei, Bierbrauerei und (1880) 2533 evang. Einwohner. B. ist klimatischer Kurort. — B. war ehemals Hauptort und Regierungssit der Grafschaft B., welche seit 1411 einer Seitenlinie der Grafen von Gleichen gehörte, nach deren Aussterben 1631 sie an die Grafen von Haßfeld als Mainzer Lehen fiel. 1803 ward B. von Preußen in Besitz genommen, kam aber 1807 mit dem Fürstentum Erfurt unter französische Herrschaft. 1813 ward es zwar wieder von Preußen okkupiert, aber durch den Staatsvertrag vom 22. Sept. 1815 an Sachsen-Weimar-Eisenach abgetreten, mit alleiniger Ausnahme des Amtes Wandersleben, das dem Regierungsbezirk Erfurt einverleibt ward.