MKL1888:Blaukehlchen

[8] Blaukehlchen (Cyanecula Brehm), Vogelgattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel, der Familie der Drosseln (Turdidae) und der Unterfamilie der Nachtigallen (Luscininae), schlank gebaute Vögel mit gestrecktem, hochrückigem, vorn pfriemenspitzigem Schnabel, kurzen, ziemlich stumpfen Flügeln, in welchen die dritte und vierte Schwinge am längsten sind, mittellangem Schwanz und hohem, dünnem Fuß. Das schwedische B. (C. suecica Br.), 15 cm lang, 22 cm breit, oberseits tief erdbraun, unterseits schmutzig weiß, seitlich und hinterwärts graubraun überlaufen, an der Kehle prachtvoll lasurblau mit zimtrotem (bei C. leucocyana Br. weißem) Stern (bei C. Wolfii Br. ohne Stern), nach unten hin in eine schwarze Binde übergehend, welche durch ein schmales, lichtes Bändchen von einem halbmondförmigen Brustfleck geschieden wird. Unter dem Auge verläuft ein weißer Streifen, die Schwingen sind braungrau, die Schwanzfedern bis zur Hälfte lebhaft rostrot, gegen das Ende hin wie die beiden mittlern dunkelbraun; das Auge ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß vorn grünlich-, hinten gelblichgrau. Bei dem Weibchen sind alle Farben blässer, und die Kehlfärbung ist höchstens angedeutet. Die B. bewohnen den Norden der Alten Welt, gehen von dort nach Südeuropa, Nordafrika und Südasien und bleiben bei uns von April bis September. Das Weißsternblaukehlchen brütet in Norddeutschland, das schwedische in der Tundra. Sie jagen an schlammigen Uferstellen sowie auf Feldern und in Büschen nach Insekten, singen angenehm und nisten versteckt nahe am Wasser in Erdlöchern, zwischen Wurzeln und Gestrüpp. Im Mai legt das Weibchen 6–7 licht blaugrüne, rotbraun gepunktete Eier (s. Tafel „Eier I“, Fig. 47), welche beide Geschlechter in etwa zwei Wochen ausbrüten. In der Gefangenschaft wird das B. leicht zahm.