MKL1888:Blaze de Bury
[10] Blaze de Bury (spr. blas’ d’büri), Ange Henri, franz. Schriftsteller und gründlicher Kenner der deutschen Litteratur, geb. 19. Mai 1818 zu Avignon, studierte in Paris und debütierte als Schriftsteller 1839 mit dem Gedicht „Le souper chez le commandeur“ in der „Revue des Deux Mondes“, worin er seitdem zahlreiche Gedichte, kritische Versuche und anziehend geschriebene Studien über Deutschland und seine Litteratur (zum Teil unter dem Namen Hans Werner) veröffentlichte. Ferner lieferte er eine Übertragung des Goetheschen „Faust“ (14. Aufl. 1880) und den geistreichen Versuch „Écrivains et poëtes d’Allemagne“ (Par. 1846, 2 Bde.), wozu er durch wiederholten Aufenthalt in Deutschland, namentlich in Weimar, besonders befähigt war. Als musikalischer Schriftsteller genießt B. bei seinen Landsleuten einen nicht unverdienten Ruf; doch ist sein Standpunkt heute ziemlich veraltet, und seine einschlägigen Schriften, wie: „Les musiciens contemporains“ (1856), „Meyerbeer et son temps“ (1865), haben vorwiegend nur noch ein anekdotisches Interesse. Von seinen übrigen, besonders neuern Werken nennen wir: „Les Koenigsmark“, geschichtliche Studie (1855); „La légende de Versailles“ (1870); „Les maîtresses de Goethe“ (1873); „Les femmes et la société au temps d’Auguste“ (1875); „Musiciens de l’avenir et du passé“ (1880), worin er auch Richard Wagner, den er bis dahin schonungslos verfolgt hatte, bis zu einem gewissen Grad Gerechtigkeit widerfahren läßt; endlich „Alexandre Dumas“ (1885), ein Denkmal für seinen verstorbenen Freund.
[140] Blaze de Bury, Ange Henri, franz. Schriftsteller, Sohn des unter dem Namen Castil-Blaze bekannten Schriftstellers und Musikers François Henri Joseph Blaze (1784–1857), starb 17. März 1888 in Paris.