MKL1888:Chlorometrīe

[51] Chlorometrīe (Chlorimetrie, griech.), die Ermittelung des Gehalts des Chlorkalks an wirksamem Chlor. Nach einer der am häufigsten angewandten Methoden zerreibt man eine abgewogene Menge Chlorkalk mit Wasser, verdünnt die Mischung auf ein bestimmtes Volumen, mißt von der umgeschüttelten Flüssigkeit eine Probe ab und läßt zu derselben aus einer Bürette so lange eine Lösung von arsenigsaurem Natron von bestimmtem Gehalt zufließen, bis das wirksame Chlor des in der Probe enthaltenen Chlorkalks vollständig zur Oxydierung von arseniger Säure verbraucht ist. Man erkennt dies durch Jodkaliumstärkepapier, welches durch Betupfen mit der Lösung nicht mehr gebläut werden darf. Aus der Menge des verbrauchten arsenigsauren Natrons läßt sich der Chlorgehalt des Chlorkalks berechnen. Man kann auch die Chlorkalklösung mit einer bestimmten Menge Jodkaliumlösung mischen, Salzsäure hinzusetzen und nun durch Titrieren mit unterschwefligsaurem Natron genau ermitteln, wieviel Jod durch das wirksame Chlor des Chlorkalks ausgeschieden worden war. Man drückt in Deutschland, England, Rußland und Amerika die Stärke des Chlorkalks in Graden aus, welche den Gewichtsprozenten an wirksamem Chlor entsprechen. In Frankreich zeigen die Grade die Anzahl Liter Chlorgas bei 0° und 760 mm Barometerstand an, welche aus 1 kg Chlorkalk entwickelt werden können. Multipliziert man die französischen Grade mit 0,318 (1 Lit. Chlor wiegt 3,178 g), so erhält man die Prozente. Vgl. Lunge, Handbuch der Sodaindustrie (Braunschw. 1879, 2 Bde.).