MKL1888:Dessin
[716] Dessin (franz., spr. dessä́ng, engl. design), „Zeichnung“, im französischen Sprachgebrauch eine jede künstlerische und für industrielle Zwecke dienende, im deutschen besonders eine solche, nach welcher eine Weberei, Stickerei oder ein ähnliches Kunstprodukt gearbeitet wird, oder das eingewebte, gestickte, gepreßte oder gedruckte Muster selbst. In Fabriken hat man dafür besondere Musterzeichner (Dessinateure), die anfangs in besondern Musterzeichenschulen (s. d.), jetzt in Fachschulen und Kunstgewerbeschulen ausgebildet werden. Beim Sticken wird das D. vom Papier, worauf es gezeichnet ist, auf das zu stickende Zeug übertragen, indem es, auf seinem ganzen Umriß mit Nadeln durchstochen, auf das Zeug gelegt und feiner Kohlenstaub oder gepulverte Kreide darauf gestreut wird; die auf dem Zeug entstandenen Punkte geben dann einen Umriß, nach welchem das Muster leicht mit Kreide, Rötel oder Tusche nachgezeichnet werden kann. Vgl. Bötticher, Dessinateurschule (Leipz. u. Berl. 1839); Fischbach, Stilistische Flachornamente (Hanau 1873); Hoffmann und Kellerhoven, Recueil des dessins (Par. 1858); Ch. Blanc, Grammaire des arts du d. (das. 1867); Dupont-Auberville, L’ornement des tissus (das. 1875).