MKL1888:Gallenblase

[855] Gallenblase (Vesica fellea), Blase zur Aufbewahrung der von der Leber abgesonderten Galle, nicht bei allen Wirbeltieren vorhanden (fehlt z. B. beim Pferd, bei den Walen, Kamelen, Hirschen etc.), ist beim Menschen flaschenförmig (s. Tafel „Eingeweide II“, Fig. 1), liegt in einer Furche auf der Unterseite der Leber, ist zum Teil mit ihr verwachsen, vom Bauchfell überzogen, 8–11 cm lang und faßt 33–37 g Galle. Letztere gelangt an ihrem Hals in sie hinein durch den 2 cm langen Gallenblasengang (ductus cysticus), einen Zweig des Gallenganges (ductus hepaticus) der Leber (s. d.), verläßt sie auf demselben Weg, strömt jedoch alsdann in andrer Richtung im 7 cm langen Gallenausführungsgang (ductus choledochus) weiter und tritt durch diesen in den Zwölffingerdarm ein. Die G. bildet somit nur eine seitliche, zu einem Behälter erweiterte Abzweigung des Kanals von der Leber zum Darm; an ihrem Hals erhebt sich im Innern die Schleimhaut zu mehreren spiraligen Falten, welche der Galle einen nur langsamen Ein- und Austritt gestatten. Vom Darm her kann keine Flüssigkeit in sie eindringen, weil der Gallenausführungsgang etwa 11/2 cm lang zwischen den Darmhäuten verläuft und eine sehr enge Mündung besitzt. Nach Verwundungen oder Verschwärungen der G. entsteht bisweilen eine Gallenfistel, eine Öffnung der G. oder des Gallenganges nach außen. Das beständige Abfließen der G. führt große Entkräftung, selbst den Tod herbei; vgl. Galle.