MKL1888:Kältemischungen

[412] Kältemischungen (Frostmischungen), Mischungen verschiedener Substanzen, welche zur künstlichen Erniedrigung der Temperatur angewandt werden. Die Wirkung der K. beruht im allgemeinen auf dem raschen Flüssigwerden fester Körper infolge einer stattfindenden Auflösung oder Schmelzung, wobei sehr viel Wärme gebunden wird. Um einen möglichst großen Effekt zu erzielen, muß man stets mit größern Mengen arbeiten, die festen Körper fein pulvern und sie, wie die Flüssigkeiten und Gefäße, möglichst kalt anwenden, auch in Gefäßen aus schlechten Wärmeleitern arbeiten. Vgl. Eismaschinen im Art. „Eis“. Eine Übersicht brauchbarer K. gibt folgende Zusammenstellung:

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Zusammensetzung der Kältemischungen Temperatur­erniedrigung
1) Metallgefäße nicht angreifende Kältemischungen.  
a) Ohne Schnee und Eis:  
Feste Kohlensäure und Äther um 99°–100°
5 Salmiak, 5 Salpeter, 8 Glaubersalz, 16 Wasser von +121/2° auf −16°
1 salpetersaures Ammoniak, 1 Wasser   +121/2°  −16°
1   1 Soda, 1 Wasser   +121/2°  −14°
3 Salmiak, 1 Salpeter, 6 Chlorkalium, 10 Wasser   +25°  −6°
1  4 gesättigte Salpeterlösung um 13°
b) Mit Schnee oder fein gestoßenem Eis:  
3 kristallisiertes Chlorcalcium, 2 Schnee von 0° auf −45°
1   2      −421/2°
3 Kochsalz, 2 Schnee     −17°
Eis oder Schnee und stärkster Alkohol     −30°
10 Kochsalz, 5 Salmiak, 5 Salpeter, 1/4 Schnee um 28°
2  1  5 Schnee   24°
2) Metallgefäße angreifende Kältemischungen.  
a) Ohne Schnee und Eis:  
8 Glaubersalz und eine abgekühlte Mischung von 3 Salzsäure und 2 Wasser von +10° auf −17°
5       21/2 Schwefelsäure und 11/2 Wasser   +121/2°  −171/2°
885       500   208    +121/2°  −10°
3 Glaubersalz, 2 verdünnte Salpetersäure   +121/2°  −14°
6  5 salpetersaures Ammoniak und 4 verdünnte Salpetersäure   +121/2°  −10°
b) Mit Schnee oder fein gestoßenem Eis:  
1 Schnee und 1 verdünnte kalte Schwefelsäure von −6° auf −50°
8   5 Salzsäure um 32°.