MKL1888:Kartesianische Teufel
[565] Kartesianische Teufel (Kartesianische Taucher), nach ihrem Erfinder Descartes benannte kleine, aus buntem Glas geblasene Puppen, gewöhnlich Teufelsfiguren, welche hohl und am Ende des gebogenen Schwanzes mit einer kleinen, ins Innere der Figur führenden Öffnung versehen sind. Die Figur muß um etwas leichter sein als ein gleiches Volumen Wasser, muß also noch schwimmen. Stellt man eine solche Puppe, deren Schwanzöffnung sich unterhalb der Wasseroberfläche befindet, in ein ganz mit Wasser gefülltes gläsernes Gefäß und verschließt dies mit einer Blase luftdicht, so senkt sich die Figur, sobald man mit dem Finger auf die Blase drückt, zu Boden, weil sich mit dem Druck ein Teil des gedrückten Wassers durch die kleine Öffnung in die hohle Puppe eindrängt, die darin befindliche Luft zusammendrückt und dadurch die Puppe spezifisch schwerer macht. Hebt man den Druck auf die Blase auf, so drängt die Luft das Wasser wieder aus der Höhlung der Figur heraus, die alsdann ihre vorige geringere spezifische Schwere wieder annimmt und sich wieder an die Oberfläche des Wassers erhebt. Läßt man den Taucher schweben, vermindert dann den Druck momentan und stellt ihn gleich darauf wieder her, so dreht sich die Figur rechts um, wenn der Schwanz unter dem rechtem Arm, links, wenn er unter dem linken Arm durchgeführt ist. Diese Drehung ist eine Folge der Rückwirkung und gründet sich auf dasselbe mechanische Gesetz, nach welchem eine Turbine sich dreht.