MKL1888:Mels

[564]  Mels, August (eigentlich Martin Cohn), Schriftsteller, geb. 1829 zu Berlin, studierte daselbst, machte als Freiwilliger 1849 den Feldzug gegen die Dänen mit, trat dann in die französische Fremdenlegion und wurde später Sekretär des Marschalls Pélissier in Afrika, Redakteur in Madrid, trat in die spanische Armee, die er als Hauptmann verließ, und hielt sich in der Folge nach einem äußerst wechselvollen Leben als Berichterstatter in mehreren Sprachen und Journalist meist in Paris auf, wo er die Gunst Napoleons III. genoß, dessen Schriften er übersetzte, und dem er in die Gefangenschaft nach Wilhelmshöhe folgte. Als Berichterstatter der Wochenschrift „Daheim“ begleitete er 1866 die Mainarmee und schrieb darüber das anonym erschienene Buch „Von der Elbe bis zur Tauber. Der Feldzug der preußischen Rheinarmee“ (3. Aufl., Bielef. 1868). Von seinen belletristischen Schriften erwähnen wir: „Erlebtes und Erdachtes“ (Stuttg. 1869, 2 Bde.; 2. Aufl. 1872), „Herzenskämpfe“, Novellen (Leipz. 1869, 3 Bde.), „Gebilde und Gestalten“ (das. 1870, 3 Bde.), „Unsichtbare Mächte“, Roman (das. 1875, 3 Bde.), „Neue Horizonte“, Roman (das. 1876–78, 11 Bde.), von seinen Bühnenstücken das Charakterbild „Heines junge Leiden“ (1871), „Der Staatsanwalt“ (Schauspiel, 1875), „Das letzte Manuskript“ (Lustspiel, 1875), „Der neue Frühling“ (Drama, 1880). Unter dem Namen Don Spavento veröffentlichte er (als Feuilletonist des „Wiener Tageblatts“) das pikante Buch „Wiener Schriftsteller u. Journalisten“ (Wien 1874).