MKL1888:Piglhein
[56] Piglhein, Bruno, Maler, geb. 1848 zu Hamburg, widmete sich anfangs bei Lippelt daselbst und seit 1864 bei Schilling in Dresden der Bildhauerkunst, ging aber 1870 zur Malerei über, die er anfangs in Weimar und dann in München bei W. Diez studierte. Nachdem er eine Reihe dekorativer Arbeiten und mythologischer Genrebilder gemalt, die von Böcklin und Makart beeinflußt waren, trat er 1879 mit einer religiösen Komposition: Moritur in Deo (der sterbende Christus von einem Engel getröstet), auf, welche seinen Namen zuerst bekannt machte. Aber er gab diese Richtung bald wieder auf und lieferte eine Reihe von Pastellzeichnungen, Brustbildern, Köpfen und Halbfiguren von Modedamen, Gecken, Roués, Dirnen und Kindern, von denen eine Auswahl unter dem Titel: „Douze pastels“ (Münch. 1884) erschien. Daneben entstanden Genrebilder aus dem Kinderleben, von denen das Idyll (Kind mit Hund) durch Reproduktionen am bekanntesten geworden ist. Von 1885 bis 1886 machte er eine Reise nach Palästina, deren Frucht das im Verein mit K. Frosch und J. Krieger für München gemalte Panorama der Kreuzigung Christi (hrsg. von Trost, Stuttg. 1887) war. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen: Brustbild eines sterbenden Christus, Maria unter dem Kreuz, Beatrice, Grablegung Christi. P. ist königlicher Professor.