MKL1888:Porzellanmalerei
[265] Porzellanmalerei, die Kunst, Gefäße, Schalen, Teller, Platten und Figuren aus Porzellan mit ein- und mehrfarbigen Malereien zu verzieren. Die fein geriebenen Porzellanfarben, welche fertig in Tüben zu haben sind, werden vor dem Gebrauch mit Dicköl und etwas Lavendelöl flüssig gemacht und mit dem Malerpinsel auf der Glasur des fertig gebrannten Porzellans aufgetragen. Dann wird die Malerei in Muffeln besonders eingebrannt. Sehr viel geringer [266] ist die Zahl der Porzellanfarben, welche unter der Glasur aufgetragen werden und mit ihr, ohne sich zu verändern, gar gebrannt werden können (Scharffeuerfarben). Die P. war schon bei den Chinesen und Japanern in Gebrauch und wurde seit dem 17. Jahrh. in Europa überall betrieben, wo Porzellanfabriken bestanden. In neuerer Zeit ist die P. eine Lieblingsbeschäftigung kunstübender Damen geworden, welche auf Porzellantellern und -Schalen mit Vorliebe Blumenstücke, Landschaften, Köpfe, Genrefiguren etc. meist nach fremden Vorlagen kopieren. Vgl. Strele-Tscheuschner, Handbuch der Porzellan- und Glasmalerei (4. Aufl., Weim. 1883); Romanoff, Die Behandlung der Schmelzfarben (Berl. 1887); Kärner, Die P. (das. 1872); Klincke, Anleitung zum Malen auf Porzellan und Glas (3. Aufl., Leipz. 1888).