MKL1888:Traeger

[791] Traeger, Albert, Dichter, geb. 12. Juni 1830 zu Augsburg, von wo sein Vater nach einigen Jahren nach Naumburg übersiedelte, studierte 1848–51 in Halle und Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften und wurde 1862 Rechtsanwalt und Notar zu Kölleda in Thüringen, von wo er 1875 in gleicher Eigenschaft nach Nordhausen übersiedelte. T. ist seit 1871 zugleich Reichstagsabgeordneter und gehört als solcher der deutschen freisinnigen Partei an. Als talentvoller Lyriker bewies er sich in seinen „Gedichten“ (Leipz. 1858, 16. vermehrte Auflage 1884). Außerdem veröffentliche er „1870“, sechs Zeitgedichte (Berl. 1870); die Novelle „Übergänge“ (Leipz. 1860); „Tannenreiser“, Weihnachtsarabesken (Tropp. 1864); „Die letzte Puppe“ (Soloszene, Wien 1864); „Morgenstündchen einer Soubrette“, dramatisches Genrebild (mit Em. Pohl, Berl. 1879); ferner die illustrierten Sammelwerke: „Stimmen der Liebe“ (Leipz. 1861) und „Deutsche Lieder in Volkes Mund und Herz“ (das. 1864). Auch gab er 1865–83 das Jahrbuch „Deutsche Kunst in Bild und Lied, Originalbeiträge deutscher Dichter, Maler und Tonkünstler“, heraus.