MKL1888:Zinkblende
[918] Zinkblende (Blende, Sphalerit), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, findet sich in regulären Kristallen, in derben, blätterigen, körnigen, seltener in faserigen oder stängeligen (Strahlenblende) Aggregaten oder in nierenförmigen Gestalten von krummschaliger Zusammensetzung (Schalenblende, Leberblende); es ist gelb, braun, schwarz, seltener grün, rot, farblos, in den hellern Varietäten halb durchsichtig und durchscheinend, sonst undurchsichtig, diamantglänzend oder fettglänzend; Härte 3,5–4, spez. Gew. 3,9–4,2, das der Schalenblende nur 3,6–3,8. Z. ist Schwefelzink ZnS mit 67 Proz. Zink, für welches aber, namentlich in den dunklern Varietäten, ziemlich viel Eisen eintritt. Andre Abarten enthalten Kadmium, Thallium, Indium und Gallium. Z. findet sich namentlich auf Erzgängen weitverbreitet, seltener in größern Lagern (Ammeberg am Wettersee, Schlesien, Nordamerika), häufig eingesprengt in verschiedenen, auch sedimentären Gesteinen. Strahlenblende kommt besonders zu Raibl in Kärnten, zu Freiberg und bei Aachen, Schalenblende zu Bleiberg in Kärnten vor. Z. dient zur Darstellung von Zinkvitriol, Schwefelsäure und Zink, die Kadmium haltenden Varietäten zur Gewinnung [919] dieses Elements. Wurtzit ist eine hexagonal kristallisierende Modifikation des Schwefelzinks, zu welcher viele Schalenblenden und Strahlenblenden (so namentlich der Spiauterit von Pribram) zu gehören scheinen.