MKL1888:Zwiedineck von Südenhorst
[1009] Zwiedineck von Südenhorst, Hans, deutscher Geschichtschreiber, geb. 14. April 1845 zu Frankfurt a. M. als Sohn eines österreichischen Obersten der Artillerie, studierte in Graz Geschichte, wurde erst an der Bibliothek, dann an der Landesoberrealschule daselbst angestellt, habilitierte sich 1875 als Dozent der Geschichte an der Universität, wurde 1880 Direktor der steiermärkischen Bibliothek am Joanneum und 1885 außerordentlicher Professor. Er schrieb: „Dorfleben im 18. Jahrhundert“ (Wien 1877); „Hans Ulrich, Fürst von Eggenberg“ (das. 1880); „Die Politik der Republik Venedig während des Dreißigjährigen Krieges“ (Stuttg. 1882–83, 2 Bde., für welches Werk er in Venedig selbst längere Studien machte); „Kriegsbilder aus der Zeit der Landsknechte“ (das. 1883); „Die öffentliche Meinung im Zeitalter Ludwigs XIV.“ (das. 1889) und „Deutsche Geschichte im Zeitraum der Gründung des preußischen Königtums“ (das. 1890, Bd. 1). Auch vollendete er Adam Wolfs „Österreich unter Maria Theresia, Josef II. und Leopold II.“ (Berl. 1882–84), gab die Zeitschrift für allgemeine Geschichte (Stuttg. 1884–88) heraus und steht als Herausgeber an der Spitze der „Bibliothek deutscher Geschichte“ (das. 1887 ff.).