Magdalena. Von Correggio



[Ξ]

Correggio.

[7]
Magdalena.
Von Correggio.[1]


Von Bäumen dicht und Felsen eingeschlossen
     Ruht MAGDALENA auf dem moos’gen Grunde,
     Waldeinsamkeit heilt ihres Herzens Wunde
Und trocknet Thränen, die einst bitter flossen!

5
Wie weich der holde Leib dahin gegossen!

     Es stützt die Hand das Haupt in süssem Bunde,
     Ein Lächeln spielt auf ihrem schönen Munde
Mit heil’gem Ernst – wie liebliche Genossen!

Sie liest und liest – die Worte ew’gen Lebens,

10
Tief ruht das Aug’ in seines Lides Hülle

In goldner Wimper Schatten – und vergebens

Ersehnst du dir nur eines Blickes Fülle! –
Säh’ sie empor, so ungeahnter Weise –
Ein Blick – ein Blitz vielleicht – „halt ein! sprich leise!“



  1. Vorlage: COREGGIO.