Manch Bild vergessener Zeiten

« Philister in Sonntagsröcklein Buch der Lieder (1827) Ein Jüngling liebt ein Mädchen »
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[142]

XXXIX.

     Manch Bild vergessener Zeiten
Steigt auf aus seinem Grab,
Und zeigt wie in deiner Nähe
Ich einst gelebet hab’.

5
     Am Tage schwankte ich träumend

Durch alle Straßen herum;
Die Leute verwundert mich ansah’n,
Ich war so traurig und stumm.

     Des Nachts da war es besser,

10
Da waren die Straßen leer;

Ich und mein Schatten selbander,
Wir wandelten schweigend einher.

     Mit wiederhallendem Fußtritt’
Wandelt ich über die Brück’;

15
Der Mond brach aus den Wolken,

Und grüßte mit ernstem Blick’.

     [143] Steh’n blieb ich vor deinem Hause
Und starrte in die Höh’,
Und starrte nach deinem Fenster, –

20
Das Herz that mir so weh’.


     Ich weiß du hast aus dem Fenster
Gar oft herab geseh’n,
Und sah’st mich im Mondenlichte
Wie eine Säule steh’n.