Meißner Künstler:Johann Gottfried Pulian

Johann Gottlob Probsthain (Propsthain) Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Johann Gottfried Pulian
Karl Christoph Punkt
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[78] Johann Gottfried Pulian,[1] geb. den 27. Juli 1809 in Meißen, wo sein Vater Seiler war. In der Zeichenschule der Manufaktur genoß er den Unterricht Ludwig Richters (Lebenserinnerungen S. 324) und besuchte dann die Akademie in Dresden. Daselbst malte er u. a. den Galeriehof, angekauft vom sächsischen Kunstverein. Seit 1837 lebte er in Düsseldorf, wo er sich auf der dortigen Akademie zu einem ausgezeichneten Landschafts- und Architekturmaler heranbildete. Nach längeren Leiden starb er daselbst am 4. März 1875. Als Künstler und als Mensch erfreute er sich der allgemeinen Hochachtung. Große Verdienste hat er sich in aufopfernder Hingabe und Thätigkeit um den Verein der Düsseldorfer Künstler erworben. Die Bilder Pulians sind frisch, farbig und wirkungsvoll gemalt. In jeder Hinsicht gediegen sind diejenigen, welche malerische Partien aus alten belgischen oder rheinischen Städten darstellen, oder zerfallende Kirchen mit dem Schmucke lebendiger Vegetation, ergraute und bemooste Mauerwerke, über welche der Himmel freundlich hereinschaut. Folgende Bilder sind besonders zu nennen: Eine Landschaft (1837), „Das Stadtthor in Neuß“, „Kloster Schwalbach am Rhein“, „Der Marktplatz zu Bacharach“ (1840), „Der Dom zu Limburg an der Lahn“ (1842), „Asmannshausen“ (1843), „Die St. Nikolauskirche zu Gent“ (1844), „Kanal zu Mecheln“ (1847), „Holländische Landschaft und Dorfpartie“ (1848), „Ein Moselstädtchen“ (1849), „Die Michaelswerft zu Gent“ (1850), „Mosellandschaft“ (1851), „Die Wernerskirche bei Oberwesel“ (1852), „Burg Elz, Ansicht des Innern von Mecheln“ (1856), „Ein Schlößchen am Bach“ (1857) u. s. w.


  1. Taufregister der Stadtkirche z. g. J. Ludwig Richter a. a. O. Wolfgang Müller von Königswinter, Düsseldorfer Künstler 1854. S. 367. Wiegmann, die Königl. Kunstakademie in Düsseldorf 1856. S. 407 u. f. Müller, die Künstler aller Zeiten und Völker 3, 301. Eggers, deutsches Kunstblatt 1852. S. 409. 1856. S. 52. 1857. S. 19. 225. Lützow, Beiblatt 1875. Sp. 380.