Minnegruß

« Das Erwachen Gedichte (1822) Minneklage »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.


[39]
Minnegruß.


Die du bist so schön und rein,
Wunnevolles Magedein,
Deinem Dienste ganz allein
Möcht ich wohl mein Leben weih’n.

5
Deine süßen Aeugelein

Glänzen mild wie Mondesschein;
Helle Rosenlichter streu’n
Deine rothen Wängelein.

Und aus deinem Mündchen klein

10
Blinkt’s hervor wie Perlenreih’n;

Doch den schönsten Edelstein
Hegt dein stiller Busenschrein.


[40]

Fromme Minne mag es seyn,
Was mir drang in’s Herz hinein,

15
Als ich weiland schaute dein,

Wunnevolles Magedein!