Nebel (Lasker-Schüler)


[102]

Nebel
(Georg Heinrich Meyer und seiner Moosrose in Leipzig)

Wir sitzen traurig Hand in Hand,
Die gelbe Sonnenrose,
Die strahlende Braut Gottes,
Leuchtet erdenabgewandt.

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Und wie golden ihr Blick war,

Und unsere Augen weiten
Sich fragend wie Kinderaugen,
Weiß liegt die Sehnsucht schon auf unserm Haar.

Und zwischen den kahlen Buchen

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Steigen ruhelose Dunkelheiten,

Auferstandene Nächte,
Die ihre weinenden Tage suchen.

Es schließen sich wie Rosen
Unsere Hände; du, wir wollen

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Wie junge Himmel uns lieben

Im Kranz von grauen Grenzenlosen.

Ein tiefer Sommer wird schweben
Auf laubigen Flügeln zur Erde,
Und eine rauschende Süße

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Strömt durch das schwermütige Leben.

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Und was werden wir beide spielen .....
Wir halten uns fest umschlungen
Und kugeln uns über die Erde,
Über die Erde.