Petrarca - Sonett 1


[131]

Son. 1.


Ihr, die in manchem Lied mich höret klagen,
     Die Seufzer hört, die einst mein Herz genähret,
     Als ich den Kelch des Jugendwahns geleeret,
     Wo noch in mir ein andres Herz geschlagen;

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Dem Unbestand der Reden und der Klagen,

     Wie eitles Leid und Hoffen mich bethöret,
     Wird der, dem Amor seine Macht bewähret,
     Verzeihung, ja auch Mitleid nicht versagen.

Der Wahn entfloh — wie ich des Volkes Schwarme

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     Für lange Zeit zur Fabel ward, so brenne

     Ich jetzt vor Schaam, wend’ ich den Blick zurücke.

[132] Mein Wahnsinn lohnt sich nun mit Schaam und Harme
     Und Reu’, und daß ich deutlich nun erkenne,
     Ein kurzer Traum sey, was die Welt entzücke.