RE:Καπροζαβαδαίων
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Kaprozabadaion, Dorf bei der Stadt Apamea | |||
| Band X,2 (1919) S. 1918–1921 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register X,2 | Register k | ||
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Καπροζαβαδαίων [...] [1919] [1920] [1921] Καπροζαβαδαίων, κώμη-, Dorf im Ge-60 meindegebiet einer Stadt Apamea, in der frühchristlichen griechischen Grabschritt eines in St. Mathias bei Trier begrabenen Syrers, Azizos des Agrip(p)a Sohn, als dessen Heimat genannt, Le Blant Inscript, chrét. de la Gaule nr. 225. Kraus Christliche Inschriften der Rheiniande I
(Altchristl. Inschriften) nr. 80 mit Abb. Taf. IX 17. Hettner Röm. Steindenkmäler des Provinzialmuseums zu Trier (1893) nr. 326 pnd Illustr. [1919] JL σί. ‘7
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Führer (1908) 42 nr. 64 mit Abb.: Ἠνθάδε κῖται (= xeîtai) 21‘ι‘ό; Ἀγρίπα Σύρος κώ(μης) Καπροζαβαόαίων 8ρων Ἄπαμεων (Gen. vom Ethni-kon Ἀθαμεῖς), Lenormant bei Le Blant (I 324ff.) erklärte K. für eine Zusammensetzung aus dem syrischen und griechischen Namen des nämlichen Flusses Zab, Zabas, Zabat = Κάπρος, eines Nebenflusses des Tigris (d. i. des ,Kleinen Sah*, welcher, gleich dem weiter oberhalb fließenden ,Großen Sab‘, auf der linken Flußseite mündet), weshalb er Apamea für die Stadt am Tigris in Mesene hielt (im südlichen Mesopotamien, vgl. o. Bd. I S. 2664, wo, wohl mit Unrecht, zwei Orte unterschieden sind, Nr. 2 und 3); deren Gebiet müßte sich also so w eit hinauf erstreckt haben. Doch wenngleich die Benennung ,Syrien‘, »Syrer* im Altertum eine weitere Bedeutung hatte und Assyrien, Assyrier mit einbegriff, so ist doch jene Ansicht auch deshalb unwahrscheinlich, weil jene Gegenden nur vorübergehend zum Römerreich gehört haben. Wir werden daher ein aus unbekannten Gründen K. benanntes Dorf im Stadtgebiet von Apamea am Orontes im eigentlichen Syrien (o. Bd. I S. 2663f. Nr. 1) anzunehmen haben; vgl. auch CIL III Suppl. Index p. 2527. Über den Begriff von ὀροί s. Marquardt Röm. St.-V. 12 16, auch CIL III Suppl. p. 2549f. 2673 u. a. (= fines). Über Syrer und überhaupt Asiaten, vornehmlich Geschäftsleute, in Gallien und dem weiteren Abendland in römischer und nachrömischer Zeit vgl. Longnon Géogr. de la Gaule au Vie siècle 177f. Jung Roman. Landschaften des röm. Reiches 227f. Le Blant Nouveau Recueil des inscriptions chrét. de la Gaule 407f., 4. Keune Lothr. Jahrb. 1897, IX 199f. und 1903, XV 397. Hirschfeld CIL XIII 1,[1] 1 p. 255. Wolfram Lothr. Jahrb. 1905, XVII 1, 324ff., wo die Ausführungen von Scheffer-Boichorst (Kl. Schr. II), Bréhier u. a. herangezogen sind.
Der Heimatangabe des Syrers Azizos in seiner Trierer Grabschrift entsprechen durchaus die Angaben von griechischen christlichen Grabschriften in Oberitalien, insbesondere Grabschriften von Aureliern auf Steinsärgen eines Friedhofes bei Concordia aus der Zeit um 418/419 n. Chr., Kaibel 2324ff. = Mommsen CIL V 2[2] p. 1060f. nr. 8723ff., wie
K 2326 - CIL 8727: Σύρος... κώμης Ἀλανῶν ὀρῶν Ἄπαμεων,
K 2325 = CÏL 8725: Σύρος... κώμης Ζωφέων ὤ[ρ]ων Ἄπαμεων,
K 2328 = CIL 8729: Σύρος.. κώμης Μεσιανῶν ἄρων Ἀπομέων (so!),
K 2324 = CIL 8723: Σύρος κώμης Μεζιανῶν ὀρῶν Ἄπαμεων,
K 2334 = CIL 8732: Σύροι κώμης Μαγαραταριχῶν ὤρων Ἀπομέων (so !). Ähnlich sind auch Inschriften von Ticinum-Pavia, Kaibel 2290 = CIG 9871 aus dem J. 471 n. Chr.: κώμ(ης) Μαραωτατῶν ὀρῶν Ἄπαμεων, und von Comum-Como, Kaibel 2300 = CIL V p. 1060[3] aus dem J. 401 n. Chr., sowie christliche Grabschriften von Salonae in Dalmatia, CIL III (Suppl) 9505, vgl. p. 2139, vom J. 372 n, Chr., teilweise verstümmelt erhalten: ἀπὸ κώμης Νικερατῶν ὀρῶν Ἄπαμεων Κοίλης Συρίας (vgl. CIG 9855. 9877) und 9522, vom J. 460, nebst den zu 9505 (p. 1590) angeführten Inschriften. Zu ver- [1920] gleichen sind auch die Angaben der christlichen urabschriften aus dem erwähnten Friedhof von Concordia, Kaibel 2827 = CIL V 8728:[4] ὠιὰ ἐποικίου Γεννέου δρων Ἀπαμέων und Kaibel. 2329. 2832 = CIL V 8730.[5] 8731: ἀπὸ ἐποικίου Σέκλα ὤρων (δρων) Ἀπαμέων Κοίλης Συρία? (Κοιλησνρίας) j wo kleinere Siedlungen. Coloniae, als Heimat genannt sind, Der Genitiv Ἀπαμέων ist, ebenso wie Ἀντιοχέων und Ἠπιφανέων in den 10 Grabschriften anderer Syrer, nicht Adjektiv, wie von Kaibel Index p. 743, auch im CIL V Index p. 1185 angenommen wird (ὄρο* Ἀπαμεῖςusw.), sondern substantivisches Ethnikon, vgl. CIL III 6418:[6] finibus Varvarinorum, KIT 594 finibus Arelatensium.
Außer der griechischen Grabschrift des Christen Azizos (a. a. O. und Kaibel 2558), welche im Deckel eines Steinsarges eingelassen, im J. 1827 in St. Matthias gefunden wurde, sind noch drei 20 andere griechische Grabschriften von Christen aus Trier bekannt, Kraus a. a. O. nr. 160. 163. 164, alle von Westasiaten. Die Grabschrift Kraus 160 (Hettner Steindenkmäler nr. 405. Le Blant Nouv. Recueil nr. 374), welche im J. 1888 in St. Maximin gefunden wurde und ein lateinisches Anhängsel (fehlerhafte Wiederholung des Lebensalters des Verstorbenen) durch den im Griechischen sichtlich schlecht beschlagenen Steinmetzen erhalten hat, bezeichnet den Bestatteten,. 30 Ursikinos (Ursicinus) mit Namen, als Ἀνατολικός, d. h. ,Morgenländer* überhaupt, in diesem Falle wohl, wie später nachweislich allgemein, ,Klein-asiate*. Die beiden anderen Grabschriften (Le Blant Inscript, chrét. de la Gaule nr. 248. 267 = Kraus nr. 163. 164 = CIG 9891. 9892 - Kaibel 2559. 2560) sind verschollen, sehr wahrscheinlich bei Sprengung der alten Sauet Paulinuskirche durch die Franzosen im J. 1673 zugrunde gegangen oder abhanden gekommen 40 (gleich der im J. 1877 an anderer Stelle wieder aufgefundenen Inschrift bei Hettner Steindenkmäler nr. 3 = CIL XIII 3674[7] mit Graeven Westd. Ztschr. XXIII 1904, 24 ff.). Sie waren im Chor der alten Kirche des hl. Paulinus zu sehen und sind durch Veröffentlichungen der Jahre 1534 und 1575/1584 bereits bekannt; auf dieselben Inschriften bezieht sich auch gewiß die von Le Blant Inscript, chrét. de la Gaule I 327 mit Kraus I 45 zu nr. 80 angeführte Stelle 50eines Gedichtes des Humanisten Konrad Celtes (t 1508). Diese beiden Grabschriften nennen zwei Landsleute, wohl Verwandte, Eusebia (mit einer Jahresangabe = 409 n. Chr.) und Kassianos (Cassianus). Die Angabe ihrer Heimat lautet in beiden Inschriften ungefähr übereinstimmend: ἀπὸ (ἄπω) κώμης (einmal abgekürzt κω.) Aöerdw. Die nämliche Heimat nennt eine altchristliche griechische Grabschrift von Verona, CIG 9875 = Kaibel 2306: κ(ώμης) Ἀδδανῶν τῆς Συρίας. Diese Christen stammten also aus einem uns sonst unbekannten Dorfe in Syrien, nicht aber, wie Kraus IS. 83 (nach Vorgang von Le Blant I S. 356, vgl. S. 376) annimmt, aus Adaua in Kilikien (s. o. Bd. I S. 344. Noris Annus et epochae Syromacedo-num in vetustis urbium Syriae nummis.. expositae Lipsiae 1696, 371. 377ff. Miller Itin. Rom. 751). Denn letztere Annahme ist auch deshalb unhaltbar, weil Adana nicht Dorf, sondern Stadtgemeinde [1921] (oieitas: Itin. HierosoL, vom J. 333 11. Chr., 580, 3) und nachweislich seit J. 381ff. Bischofssitz (Noris a. a. O. 379f.) war. Der Hinweis von Noris a. a. O. 880 auf die Stadt AvUov κώμη (o. Bd. II S. 2410f.) ist nicht beweiskräftig. Die von Holstenius (t 1661) Notae et castigationes postumae in Stephani Byz. Ἐθνικά editae a Ryckio (1684) 7 als kürzlich (wohl in Rom) gefunden angeführte Grabschrift von Frau und Sohn eines Kassianos κώμης Ἀδανῶν, auf welche Noris 380 und Le Blant I 376 mit Kraus I 84 verweisen, findet sich nicht in der Sammlung von Kaibel, weil dieser die stadtrömischen altchrist-lichen Inschriften überhaupt nicht aufgenommen hat.