Κυνίσκα, Tochter des Archidamos I. von Sparta († 427 v. Chr.), wie es scheint aus zweiter Ehe und etwa gleichalterig mit ihrem 442 geborenen Bruder Agesilaos. Sie war die erste hellenische Frau, die sich auf Rossezucht verlegte und, ermuntert durch ihren Bruder (Xen. Ages. IX 6. Plut. Ages. 20; apophth. Lac. 49), sich an den Wettkämpfen zu Olympia beteiligte, wo sie zweimal mit dem Viergespann siegte (Paus. III 8, 1), und zwar nach Roberts Annahme (Hermes XXXV 195) Ol. 96 (396) und 97 (392). Für einen der Siege stiftete sie in Olympia eine von Apelleas, dem Sohne des Kallikles, aus Megara geschaffene Denkmalgruppe, in der sie selbst und daneben ein großes Viergespann mit einem Wagenlenker dargestellt war (Paus. VI 1, 6). Die in ionischem Alphabet geschriebene Inschrift der Basis ist zum Teil noch erhalten (vollständig: Anth. Graec. XIII 16). Ein zweites Weihgeschenk, das ebenfalls ein ehernes Viergespann darstellte, stand im Pronaos des dortigen Zeustempels. Eine Basis aus weißem Marmor mit der Inschritt: [Ἀπε]λλέας Καλλικλέος [ἐπό]ησε pflegt man auf dieses Kunstwerk zu beziehen; aber ihr Fundort ist umstritten und ihre geringe Größe paßt schlecht zu einem Viergespann (vgl. Hitzig-Blümner Paus.-Ausg. II 353). Pausanias erwähnt (III 15, 1) schließlich noch ein Heroon der K. zu Sparta unweit des Platzes Platanistas.