2) Athener, soll nach Herodot. VIII 57f. vor der Schlacht bei Salamis 480 v. Chr. dem Themistokles den entscheidenden Rat gegeben haben, bei Eurybiades die Zurücknahme des verhängnisvollen Beschlusses, nach dem Isthmos zu segeln, zu betreiben. Themistokles habe diesen Rat befolgt, aber so getan, als ob es sein Gedanke sei. Mit Recht ist diese Darstellung als ein Erzeugnis der dem großen Staatsmann feindlichen öffentlichen Meinung abgelehnt worden, obwohl natürlich mancher den Gedanken bei sich gehegt haben wird. Ed. Meyer G. d. A. III 388. Busolt GG II² 641, 1. Schon Plutarch hat die Anekdote als einen Akt der Gehässigkeit gegen Themistokles aufgefaßt, bürdet ihn allerdings dem gewiß daran unschuldigen Herodot auf: de malign. Herod. 37. Übrigens weist Bauer Themistokles 26 auf das späte Aufkommen der Anekdote hin. Später ist dann aus M. der väterliche Berater und Lehrer des Themistokles geworden, den man zu einem praktischen Staatsmann aus der Schule Solons und einem Vorläufer der Sophisten machte: Plut. Them. 2; an seni resp. ger. 23; bei Plut. sept. sap. conv. 11. 13 erscheint er sogar als ein ἑταῖρος Solons und Zeitgenosse der Sieben Weisen.