Ἱππόφορβος hieß nach Poll. IV 74 eine kleinere Abart des αὐλός, deren sich die Pferdehirten beim Weiden der Pferde bedienten. Sie wurde aus Lorbeerbaumholz hergestellt (Aelian. nat. an. XII 44 nennt die ῥοδοδάφνη als Material), in dem die Rinde abgeschält und das Mark herausgenommen wurde. Der Ton dieses primitiven Instruments, dessen Erfindung Pollux a. a. O. den libyschen Nomaden zuschreibt, war schrill und durchdringend. Aelian. a. a. O. berichtet, daß diese Art von αὔλησις von den Hirten nicht allein zur Wahrung der Ordnung in der Herde, sondern auch bei der Deckung der Stuten zur Anwendung kam und beruft sich dabei irrtümlicherweise auf die ποιμνῖται ὑμέναιοι bei Eur. Alc. 577 (vgl. das Schol. z. d. St.). Dieselbe Sitte erwähnt auch Plut. quaest. conv. VII 704 F: ἵπποις δὲ μιγνυμέναις ἐπαυλεῖται νόμος, ὃν ἱππόθορον ὀνομάζουσιιν, und Aelian. a. a. O. XV 25 (von den Mysern). Eingehendere Beschreibungen der Konstruktion des Instrumentes und seines Tonvorrates sind uns nicht erhalten.