Ῥωπογράφος. Cicero nennt ad. Att. XV 16 eine Gegend mit einem kleinen Bach eine ῥωπογραφία. Für das 3. Jhdt. v. Chr. bezeugt den Ausdruck Leonidas von Tarent (Anth. Pal. VI 355), der ein Votivbild (Portrait) als ῥωπικά gemalt bezeichnet. Ῥώπος ist nach Dion. Hal. epit. XVI 6 die schlecht harmonierende Buntheit eines Gemäldes, nach der ursprünglichen Bedeutung ‚Kleinkram‘. Auch Suidas (Photios usw.) ῥῶπος· μίγμα χρώματος, ὅσα βαφεῦσι ζωγράφοις μυρεψοῖς χρησιμεύει zeigt die Beziehung des Wortes zur Malerei. Ῥωπογραφία würde also die Art der Malerei bezeichnen, und so ist es wohl auch bei Cicero a. a. O. als unbedeutendes, anspruchsloses Bild zu deuten. Der geringschätzige Sinn, der dem Wort ῥῶπος meist anhaftet, macht es unwahrscheinlich, daß ῥωπογραφία wirklich Terminus technicus für eine Gattung der Malerei — etwa kleine Landschaften, Stilleben — gewesen ist, wie man gewöhnlich (vgl. Woermann Die Landschaft in der Kunst der alten Völker 219f.) annimmt. Die im Etym. M. an erster Stelle genannte Ableitung von ῥώψ, Gebüsch, paßt schlecht zu den genannten Zeugnissen und ist darum abzulehnen. O. Müller Handbuch der Archäologie S. 170f. Vgl. auch Ῥυπαρογράφος.