RE:Hedylos 2

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Dichter aus Samos oder Athen
Band VII,2 (1912) S. 25922594
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2) Ἡδύλος, Dichter aus Samos oder Athen, [2593] Sohn der Dichterin Hedyle (Athen. VII 297 A B). Meleagros, der Epigramme des H. in seinen Stephanos aufgenommen hat, verbindet ihn pr. IV 1. 45. 46 (ἐν δὲ Ποσείδιππόν τε καὶ Ἡδύλον ἄγρι’ ἀρούρης (Feldblumen) Σικελίδεω τ’ ἀνέμοις ἄνθεα φυόμενα) mit Poseidippos und Asklepiades. Ist auch die Annahme von Reitzenstein Ined. poet. gr. frg. II 6f.; Epigr. u. Skol. 101f. (nur V 160 ist zwischen H. und Asklepiades strittig), daß die drei ihre Gedichte in einer Sammlung, dem Σωρός, vereinigt herausgegeben haben, mindestens für H. nicht zu erweisen, so standen sie doch sicher in nahen Beziehungen zueinander; denn daß H. wie Theokrit den Asklepiades bei seinem Spitznamen Σικελίδας nennt (Athen. XI 473 A), daß bei allen drei dieselben Personen wiederkehren (Pythias: V 158 ~ 163. 212, Nikonoe = Niko: VI 292 ~ V 163. 204. 208. Kallistion: Athen. XI 468 B ~ XII 131, Nikagoras: V 198 ~ XII 135, Kleophon: V 160 ~ V 152), kann nicht auf Zufall beruhen. Wir werden sie als Jugendgenossen betrachten dürfen. Aus dem fröhlichen Kreise von Athen oder Samos, den wir uns nach Poseidippos V 182 vorstellen mögen, sind die leichtfertigen Gedichtchen des H. hervorgegangen: Athen. XI 427 F Trinklied, V 158?, 160 (vielleicht auch 43; vgl. V 3. 4) Hetaerenpraktik, V 198. VI 292. Athen. XI 486 B Hetaerenweihungen; so mag auch das eine oder andere der stilverwandten ἄδηλα des Palatinus, wie V 134 ~ Askl. 133; 167 ~ Askl. 63; V 199. 200 ~ Hed. 198. VI 292; V 204 ~ Askl. IX 752; VI 283 ~ Askl. XII 50 dem H. gehören. Einen eigenen Zyklus scheinen die Epigramme auf Weihgeschenke gebildet zu haben. Casaubon. zu Athen. XI 13 p. 817. In einer andern Reihe von Epigrammen verspottet er, so wie Poseidippos, bekannte Zecher und Schlemmer (ἐν ἐπιγράμμασιν ὀψοφάγους καταλέγων Athen.): den Sokles, Lykophrons Vater (?), dessen παίγνια er über die des Asklepiades stellt (Athen. XI 473 A), den Agis (Athen. VIII 344 E), die Kallistion (Athen. XI 486 E) und Kleio (Athen. VIII 345 A B vgl. Phalaikos X 440 D); dagegen sind die beiden Epigramme Anth. Pal. XI 123 u. 414, in denen ein Arzt Agis verhöhnt und das Podagra als Tochter des Bakchos und der Aphrodite erklärt wird (vgl. Fr. Reuter Stromtid II c. 22) im Stile des Nikarchos (vgl. XI 118. 119. 122) und sicher von einem anderen Verfasser. Stadtmüller bei Susemihl II. Nachtr. 699.

Übrigens enthalten auch die ersten Spottgedichte recht frostige Witze, wie Ἆγις Πρωτεύς — Ζεὺς χρυσορόης ἐπὶ τὴνδ’ Ἀκρισίου λοπάδα und Κλειὼ Γοργώ — γόγγρος. Zeitanspielungen finden sich in der Grabschrift des Flötenvirtuosen Theon, Athen. IV 176 C und in dem Epigramm auf das Trinkhorn, das Ktesibios in Form eines tanzenden Besas (s. o. Bd. III S. 325) verfertigte. Athen. XI 497 D E. Die im ersteren Gedicht v. 7 angeführten Γλαύκης μεμεθυσμένα παίγνια Μουσέων gehören in die Zeit des Ptolemaios Philadelphos, da diese Glauke sicher mit der Chierin bei Theocr. IV 31 (εὖ μὲν τὰ Γλαύκας ἀγκρούομαι) identisch ist. Knaack bei Susemihl II 521, 18. In dieselbe Zeit aber führt auch die Erwähnung des Ktesibios, dessen mechanisches Kunststück im Tempel der Ἀρσινόη Ζεφυρῖτις (s. ο. Bd. I S. 2764 und [2594] die dort angeführten Epigramme des Poseidippos und Kallimachos) aufgestellt war. H. muß sich also wie Poseidippos in Alexandrien aufgehalten haben. Ob er dort in freundliche oder feindliche Beziehung zu Kallimachos trat, läßt sich aus Etym. Μ. s. ἀλυτάρχης: Ἡδύλος δὲ εἰς τὰ ἐπιγράμματα Καλλιμάχου διὰ λλ ὀνομάζει τοὺς ἀλύτας (Kampfordner in Olympia) nicht feststellen. Außer Epigrammen scheint H. nach dem Vorbilde seiner Mutter Hedyle auch ein Epyllion Γλαῦκος (?) gedichtet zu haben (Ἡδύλος — Μελικέρτου φησὶν ἐρασθέντα τὸν Γλαῦκον ἑαυτὸν ῥῖψαι εἰς τὴν θάλατταν Athen. VII 297 A B). Anderes war schon im Altertum unsicher, wie das Zitat τοῦ ποιήσαντος τὸ ἐλεγεῖον, εἴθ’ Ἡδύλος ἐστὶν εἴθ’ ὁστιςοῦν bei Strab. XIV 683 (aus Demetrios von Skepsis) beweist. Über Sprache und Metrik: H. Ouvré Quae fuerint dicendi genus ratioque metrica apud Asclepiaden, Posidippum, Hedylum, Paris 1894.