2) In Melite (Phthiotis) hat am Flusse Tartaros, d. h. einem Zugang zur Unterwelt, im Heiligtum der Artemis die Fischgöttin Ἀσπαλίς (ἀσπάλους· τοὺς ἰχθύας Ἀθαμάνες Hesych.) Ἀμειλήτη (vgl. μειλεῖν· ἀρέσκειν Hesych.) Ἑκαέργη Kult und Legende, Anton. Lib. 13. Zur seltenen Dreinamigkeit vgl. Hera Argeia Heleia Basileia auf Kos, Dittenberger Syll.² 617, 5, Jungfrauen opfern ihr jährlich einen jungen Bock durch Erhängen ein Ritus zur Förderung der Fruchtbarkeit; vgl. Nilsson Griechische Feste 233ff. Der Machtbereich der Göttin, der sich in den Namen ausspricht, und ihre Beziehungen zu Artemis finden eine Parallele in der fischleibigen Göttin Eurynome (vgl. Eurynomos) zu Phigaleia, wo ein ψυχοπομπεῖον, also ebenfalls ein Abstieg in die Unterwelt ist, Paus. III 17, 9; τὴν δὲ Εὐρυνόμην ὁ μὲν τῶν Φιγαλέων δῆμος ἐπίκλησιν εἶναι πεπίστευκεν Ἀρτέμιδος, Paus. VIII 41, 5.
Von den drei Namen Ἀσπαλίς = Fischerin (ἀσπαλιεύς = Fischer), Ἀμειλήτη = ἀμείλικτος, ἀμείλιχος (vgl. Hesych. s. μειλεῖν· ἀρέσκειν), und Ἑκαέργη weisen die beiden letzteren, ebenso wie die Verknüpfung mit dem Tartaros, auf die Todesgöttin = Artemis-Hekate Hekaerge Nr. 3.