2) Epiklesis der Artemis in Lusoi in Arkadien, Kallim. hymn. III 236 nebst Schol. Hesych. s. Ἡμέρα, inschriftlich: Reichel-Wilhelm Österr. Jahresh. IV 83f. nr. 15 und 18 (nr. 17: Artemis Λουσιᾶτις). Paus. VIII 18, 8 hat die Nebenform Ἡμερασία, was Wilhelm a. a. O. 83 durch die Korrektur beseitigen will: ταύτην [Ἡμέραν] καλοῦσι [καὶ ἀγῶνα] Ἡμεράσια [ἄγουσιν] οἱ Κλειτόριοι. Uber die Ausgrabung des Heiligtums Reichel-Wilhelm a. a. O. 1-89. Asylrecht: Polyb. IV 18, 10 (vgl. auch IV 25, 4. IX 34, 9). Spiele: Inschr. von Olympia nr. 184 Reichel-Wilhelm a. a. O. 85 nr. 20: καὶ μὰν καὶ Λοῦσοί με κατέστεφον. Darstellungen der Göttin in altertümlicher Gewandung teils mit Bogen und Hirsch, teils mit Fackel und Mohn: Furtwängler S.-Ber. Akad. Münch. 1899 II 566ff. nebst Taf. I. Reichel-Wilhelm a. a. O. 34ff., die Bronzestatuette mit Fackel und Mohn (Furtwängler a. a. O. 576 Fig. 6. 7) auch Archäol. Zeitg. 1881 Taf. II 2 und S. Reinach Répertoire de la statuaire II 643, 2. Das Heiligtum galt nach Bakchylid. X 110 und Kallim. a. a. O. nebst Schol. für eine Stiftung des Proitos, weil hier an der aus einer Höhle hervorströmenden Quelle Lusos (Bakchylid. X 96. Vitruv. VIII 3, 21. Ps.-Sotion (Isigonos) 24 = Westermann Paradox. 186, vgl. Preger Inscr. Graec. metr. p. 169f. nr. 215. Ovid. met. XV 322ff. Phylarch. bei Athen. II 43 f. Steph. Byz. s. Άζανια und Λουσοί. Etym. Μ. 519, 50 s. Κλιτόριον. Plin. XXXI 16; vgl. auch Antigon. Karyst. 137. Ps.-Aristot. mirab. ausc. 125) oder nach. Paus. VIII 18, 7f. in dem schon vor Proitos bestehenden Heiligtum die Proitides, die Töchter des Proitos, von ihrer μανία geheilt worden waren, und zwar nach Bakchylid. und Kallim. a. a. O. durch Artemis selbst auf Bitten des Proitos, nach der geläufigeren Version durch Melampus (so auch Paus. Vitruv. Ps.-Sotion. Steph. Byz. Ovid. a. a. O.). Auf einem rotfigurigen Vasenbild in Neapel nr. 1760 (abgeb. Millingen Vas. grecs Taf. 52. Müller-Wieseler Denkm. d. alt. K. I 2, 11. Roscher Myth. Lex. II 2574 = III 3010) entsühnt Melampus die Proitides am Altar der Artemis, deren Kultbild in den Händen Speer und Mohn hält. - Aus dieser Sage von der Heilung der Proitides wird die Epiklesis H. erklärt bei Kal- [232] lim. a. a. Ο.: οὕνεκα θυμὸν ἀπ᾿ ἄγριον εἵλεο παίδων, Schol. Kallim.: διότι καὶ τὰς κόρας ἡμέρωσεν. Paus. a. a. O. Allein die Epiklesis H. kennzeichnet die Göttin ganz allgemein als „gnädig“, wie Asklepios z. B. bei Pind. Pyth. ΙΙΙ 6 ἅμερος heißt; vgl. auch Euamerion o. Bd. VI 8. 838.