4) Hermokreon, Architekt, Erbauer des durch Größe und Schönheit ausgezeichneten Riesenaltars in Parion, der nach Aufhebung des Heiligtums des Apollon Aktaios und der Artemis in dem nahen Adrasteia (s. o. Bd. I S. 406) und anscheinend aus den von dort nach Parion geschafften Steinen errichtet worden war: Strab. XIII 588. Nach Strab. X 487 war er σταδιαίας ἔχων τὰς πλευράς, was aber mit Reisch (s. o. Bd. I S. 1683, 19ff.) und Puchstein (Arch. Jahrb. XI 56) wohl nur auf die Länge zu beziehen ist. Der Bau des H. hatte also die gleiche langgestreckte Form und die gleiche Größe wie der von Hieron II. (269 –215) errichtete, noch heute erhaltene Altar in Syrakus, dessen Länge (nach Koldewey und Puchstein Die griech. Tempel in Unteritalien und Sizilien I 70 mit Stufen 199 m) von Diod. XVI 83, 2 gleichfalls auf ein Stadion angegeben wird. Darstellungen des Altars erkennt man auf einer Reihe noch dem 4. Jhdt. zugeschriebener Münzen aus Parion, Catalog of the Greek coins in the Brit. Mus., Mysia pl. XXI 10–13 S. 97 nr. 40ff. Imhoof-Blumer Monnaies grecques S. 250 nr. 114–116 und Puchstein Arch. Jahrb. XI 56; sie zeigen über mehreren Stufen einen viereckigen Aufbau mit Guirlandenfries und Gesims sowie den in Ionien üblichen nach oben aufgebogenen mächtigen Eckvoluten. Die Guirlanden sollen vielleicht Andeutungen reicheren Skulpturenschmuckes sein (s. o. Bd. I S. 1684, 37ff.), wie er an kleinasiatischen Monumentalaltären üblich ist.