RE:Hippo 9

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Hippo Diarrhytus, Stadt der afrikanischen Küste
Band VIII,2 (1913) S. 17211722
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9) [...] [1722] 9) H., in römischer Zeit Hippo Diarrhytus, Stadt der afrikanischen Küste, nach Ausweis des Namens anscheinend phönizischen Ursprungs, womit Sallust lug. 19, 1 übereinstimmt (équités Graeci eondiderunt, Solin. 27, 7 ist etymologische Spielerei), westlich von Utika, am Ausfluß eines Binnensees, der die Stadt durchströmte und ihr ihren Beinamen gab (Hippo alter de interfluenti freto Diarrhytos nuncupatus Solin. a. a. O.; Hippo Dirutus, Diarrhytus Graeeis dictus pro-pter inrigua aquarum Plin. n. h. V 23); in älterer Zeit vielleicht Ἴππον ἄκρα (Scyl. 111 p. 89 Müller, wo aber Ἴππον ἄκρα von Ἴππον πόλις unterschieden zu werden scheint; Diod. XX 55, 3; ἡ τῶν Ἴππακριτων πόλις Polyb. I 82, 2. 88 2, die Einwohner Ἰππακρῖται ebd. 70, 9. 73, 3. 77, 1; Ἰππάγοετα Appian. Lib. lllff.; unwahrscheinliche Erklärung dieses Namens als Hippo alter bei Movers Phönizier II 2, 144. 511; ὄνο Ἴππωνες, ἄμφω βασίλεια Strab. XVII 832, wohl unrichtig). Die Stadt stand auf Seiten der Karthager zur Zeit des Agathokles, der sie eroberte (Diod. a. a. O.), im ersten (Polyb. I 72, 8) und dann wieder im dritten Punischen Kriege (Appian. Lib. 110); nur im Söldnerkrieg war sie abtrünnig geworden (Polyb. I 82, 8. 88, 2). Caesar oder Augustus gründete hier eine römische Gemeinde unter dem Namen colonia Iulia Hippo Diarrhytus (Inschrift aus Bizertc CIL VIII 1026,[1] verbessert von Cagnat, s. Klio VIII 457; Ἴππων Διάρρντος κολωνία Ptol. IV 3, 2 p. 617 Müll-, Hipponiensis colonie Plin. ep. IX 33). Daneben bestand aber zunächst noch eine Gemeinde Einheimischer, die unter Augustus und Tiberius unter dem Namen Hippo libéra (so) Münzen ausgegeben hat, L. Müller Numismatique de l'Afrique II 167ff, vgl. Dessau Klio VIII 459ff. Die Stadt war der Sitz eines der Legaten des Proconsuls von Africa, des legatus provinciae Africae regionis oder dioeceseos Hipponiensis, CIL IX 1592.[2] X 5178.[3] Plin. ep. IX 33,[4] 9. Sie besoldete einen Lehrer der Beredsamkeit; die Grabschrift eines solchen hat sich in Thugga, woher er gebürtig war. gefunden, Dessau 7772 = Bue-cheler carm. epigr. 107. Eine wunderbare Geschichte von einem Knaben und Delphin wurde, als hier sich eben zugetragen habend, in der Kaiserzeit allen Ernstes erzählt, Plin. n. h. IX 26; Plin. ep. IX 33. Bischöfe von H. Diarrhytus werden oft genannt, zuerst im J. 256 (Sententiae epi-scoponun LXXXV n. 72inllartels Cyprian 457), zuletzt im J, 649 (M an si X 939). Der See von H., der schon bei der Belagerung durch Agathokles genannt wird (Diod. XX 55), wird mit dem zum Meere führenden Kanal von Plin. ep. IX 33, 2 beschrieben; zwei Seen (der zweite ἡ Σισάρα ä verzeichnet richtig Ptolem; IV 3, 17. Der

der Stadt, in den Handschriften vielfach verdorben (z. B. Ipppne Zaritolt. Ant 21. Augustinus civ. deiXVI 8, 2, mehr s.beiWilmanne CIL VIII [1722]

RE:Hippobotos

p. 152; inschriftlich Hippo Diarrytos Dessau 7 7 72, Hipp. Diarr. CIL VH!1026 = Klio VIII 457), hat sich bei den Arabern als Bensert erhalten (vgl. Tissot Géographie de l’Afrique II90,2) und ist jetzt zu Biserte modernisiert.

Ἐπποβόται, Bezeichnung des Adels in Chalids auf Euboia, Herodot. V 77, der in alter Zeit Träger der dortigen Oligarchie war, Arist. Pol. IV 8, 1289 b. und zwar zu der Zeit, als von da die 10 Koloniegründungcn ausgingen, Arist. bei Strab. X 447. d. i. in der zweiten Hälfte des 8. Jhdts. In dieser Oligarchie war für Ämter und Gesandtschaften ein Alter von fünfzig Jahren erfordert, Herakl. frg. 31. Im 7. Jhdt. folgt der langwierige Krieg zwischen Chalkis und Eretria um die Lelantische Ebene unter lebhafter Beteiligung des übrigen Griechenlands, Thuk. 115 (s. Chalkis). Jene Stadt blieb Siegerin, Plut. Mor. 760f., erscheint jedoch selbst für die Folge erheblich ge-20 schwächt. Im J. 506 erlag sie nach kurzem Kampfe den Athenern, die die Ländereien der H. mit 4000 Kleruchen besetzten, Herodot. V 77. VI 100, während Aelian. var. hist. VI 1 nur von 2000 Kleruchenlosen berichtet. Die letztere Stelle wird deshalb von einigen auf die Unterwerfung des J. 445 bezogen. Die Kleruchen wichen vor dem Ansturm der Perser 492 nach Oropos aus, Herodot. VI 101. Nach dem Aufstande des J. 446 (Thuk. I 114) werden die H. von Perikies 30 aus Chalkis vertrieben, Plut. Per. 23, und später nicht mehr erwähnt, auch nicht in dem Vertrage IG I 27a (Sy 11.² 17). Vgl. Geyer Topographie u. Gesch. der Insel Euboia 27. 43f.

Πηηόβοτοι , unbekannter Ort, an dem Magneten aus Amyros in einer unbekannten Schlacht gefallen sind. Inschrift des 4. Jhdts. IG II 2, 1681. Crönert Lit. Centralb.. 1908, 1392.

[Dessau. ]
  1. Corpus Inscriptionum Latinarum VIII, 1026.
  2. Corpus Inscriptionum Latinarum IX, 1592.
  3. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 5178.
  4. Corpus Inscriptionum Latinarum IX, 33.