RE:Hippodamos 3

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
unvollständig  
Dieser Text ist noch nicht vollständig. Hilf mit, ihn aus der angegebenen Quelle zu vervollständigen! Allgemeine Hinweise dazu findest du in der Einführung.
aus Milet, Berühmter Architekt, 5. Jhdt. v. Chr.
Band VIII,2 (1913) S. 17311734
Hippodamos in der Wikipedia
GND: 118774506
Hippodamos in Wikidata
Hippodamos bei Trismegistos
Bildergalerie
Register VIII,2 Register hi
Link für WP   
* {{RE|VIII,2|1731|1734|Hippodamos 3|[[REAutor]]|RE:Hippodamos 3}}        

3) [...] [1732] [1733] [1734] 1781 Hippodamos}}

des Pelopions am liebsten legen möchte, bieten die Wasserleitungen ein Hindernis, weil diese atmet stets um die Bezirke und Bauten herum-geführt sind (Dörpfeld Athen. Mitt. XIII 335). Indessen fragt es sich doch, ob der Verlauf der Wasserleitungen an dieser Stelle sich nicht aus ganz späten Änderungen erklären läßt. Auffällig ist es jedenfalls, daß in dem weiten Raum westlich vom Zeustempel kein Bauwerk und auch kein Denkmal nachzuweisen ist. D ö r p f e 1 d in Olympia. Die Ergebnisse. Textband I 74. 83. 85. Heberdey Eranos Vindobonensis 1893, 341 Robert Pausanias als Schriftsteller 78ff. K. Lange Haus und Halle 3331 Flasch bei Baumeister Denkmäler 1097. Frazer Paus. III 570ff. IV 77. Hitzig-Blümner Paus. II 428. 689f. [‌Bölte,]

Hippedamoa· 1) H.aus Sikyon, wurde auf den Vorschlag von Euphron nebst diesem und einigen anderen im J. 369 v. Chr. zum Strategen gewählt Xen. hell. VII 1, 45; vgl. Ed. Meyer Gesch. d. Altert. V 446).

2) Hippodamos, spartanischer Offizier, wurde 364 von den Arkadern in Kromnos belagert und konnte sich mit dem spartanischen Herold, der ihm Weisungen zu überbringen hatte, nur von der Mauer herab unterhalten. Er tat dies aber in so geschickter Weise, daß die Feinde nichts aus seinen Worten entnehmen konnten (Kallisth. Hell. frg. 13 Müller bei Athen. X 452a). Po-Ivaen. II 15 nennt Prasiai als Ort; Iustin. VI 6, 6–10 erzählt den ganzen Vorgang ausführlicher und spricht auch von einer Schlacht, offenbar bei einem Entsatzversuch, bei dem König Arehi-damos eine Rolle spielte. In ihr kämpfte auch H. mit nach Plut. mor. 222 A, wo also nicht Archidamos in Agis zu ändern ist; wer freilich der dort als Gegner erwähnte Antipatros ist, bleibt unklar.

8) Berühmter Architekt der Perikleischen Zeit, Erfinder der kunstgemäßen Stadtanlage, Was wir über diesen merkwürdigen, auch als spekulativen Denker interessanten Mann wissen, verdanken wir vor allem Aristoreies, der ihm das 8. Kapitel im II. Buche der Politik gewidmet hat. Dazu kommen die Notizen ebd. VII 11 p. 1330b, 24. Harpokr. s. Ἰπποδάμεια (daraus Suid. 8. supeλsupΙπποδάμεια ἀγορά), Hesych. und Phot. s. θΙπποδάμον νίμηαις, Bekk. Lex. und Phot s. ἰπποδάμεια ἀγορά und die verworrenen Angaben der Scholiasten zu Aristoph. Equ. 327. Vgl. die kritische Zusammenstellung dieser Zeugnisse bei Diels Fragm. der Vorsokrat. 1$ 227 und die vortreffliche Abhandlung von C. F. Hermann De Hippodamo Milesio, Marb. 1841, soude Erdmann H. von Milet und die systemat. Städtebaukunst der Griech.. Philol. XLII 193.

H. war der Sohn des Euryphon (Arist. bei Hesych. in Euryboon, bei Phot. in Eurykoon entstellt) und stammte nach Aristoteles, den Lexi-kographen und Scholiasten aus Milet, lebte aber längere Zeit in Athen, wo er vielleicht schon in Themistokleischer Zeit, sicher noch vor dem dreißigjährigen Frieden (446/45) die Anlage des Peiraieus leitete (s. u.) und Bürgerrecht erlangt zu haben scheint Jedenfalls war Areheptolemos aus Acryle, der Schicksalsgenosse Antiphons (s. o. Bl II S. 457. Kirchner Prosop. Ait. 2884) [1732] Hippodamos 1732

ein Sohn des Architekten H., weil Aristopli. Equ, 327 ihn sonst nicht einfach mit d}} δ' 'Ἰπποδάμου hätte einführen können (vgl. auch die Scholiasten u. Hermann a. a. O. 6ff.; die von Hermann zumeist bereits widerlegten Gegengründe bei Erdmann a. a. O. sind hinfällig). Da Archeptolemos in Athen schon 425/24 eine politische Bolle spielt, also vor 455/54 geboren sein muß, fällt die Geburt des H. spätestens in die Zeit der Perserkriege. Er 10 beteiligte sich ferner an der 445/44 erfolgten Gründung von Thurioi (Hesych.), dessen bauliche Anlage (s. u.) auf ihn zurückzugehen scheint, und heißt daher auch θούριος (Phot. Schol.). Die Annahme, daß auch der Stadtplan von Rhodos, dessen Gründung nach der Chronik-Notiz bei Diod. XIII 75, 1 in das J. 408/7 gehört, von H. herrühre, beruht auf der bei Strab. XIV 654 mit ω; φασιν nur als ungewiß angeführten Behauptung, diese Stadt sei von demselben Architekten wie der 20 Peiraieus erbaut Das wird nur aus der Ähnlichkeit der Anlage von Rhodos mit der des Peiraieus (vgl. darüber auch Strab. IX 395) erschlossen sein und ist aus chronologischen Gründen unmöglich.

'H. gilt als Erfinder des kunstvollen Stadtbaus (Aristot.),' dessen Wesen in der regelmäßigen Einteilung der Quartiere durch parallele, sich rechtwinklig schneidende Straßen besteht. Diese Stadtanlage nennt Aristot Pol. VII Up. 1330 b, 24ff. im Gegensatz zu der älteren unregelmäßigen 30 Bauweise τὸν νεώτερον xal τὸν 'Ἰπποδάμειαν τρόπον.}} Das Hauptwerk des H. war die Anlage des Peiraieus, wofür er insbesondere das Straßennetz entworfen (daher Ἰπποδάμον νεμηαις Hesych. διεῖλεν, Phot. διένειμεν, Lex. Bekk. κατατεμόντος τῆς πόλεως τὰς ὀδούς) und den Markt erbaut hatte, der nach ihm gewöhnlich ἡ Ἰπποδάμειας Oder Ἰπποδάμεια ἀγορά 40 oder kurz ἡ 'Ἰπποδάμεια hieß (Andok. I 45. Xen. hell. II 4, 11 Demosth. XLIX 22 und dazu Harpokr. Lex. Bekk. Phot. Schol. Aristoph., hier mit der Zeitangabe κατὰ τά .Ifwa). Reste von rechtwinklig sich schneidenden Straßen sind an verschiedenen Stellen im Peiraieus, so auf der Halbinsel Akte und an der Munychiahöhe, noch festgestellt worden (Milchhöfer Text zu Curtius und Kaupert Karten von Attika I 40. 65), stehen aber nicht miteinander und mit der 50 Orientierung eines im J. 1883 beim Karaiskakis-platz ausgegrabenen Gebäudes in Übereinstimmung (Dörpfeld Athen. Mitt. IX 281 mit Taf. XIII u.XIV. Wachsmuth Die Stadt Athen im Altert. I 560. II 130. Judeich Topogr. von Athen 379. 398). Die Rekonstruktionen des Hippodamischen Planes von G. Hirschfeld (Ber. Sächs. Ges. 1878 Taf.I) und Milchhöfer (Karten von Attika BL Ila 1881) sind veraltet. Wie weit H. auch an dem Ausbau des Arsenals und des Handelshafens be-60 teiligt war, ist ungewiß. Doch werden die zahlreichen, alle ungefähr derselben Zeit angehörigen Grenzsteine aus dem Peiraieus IG I 519–521 (vgl. SuppL S. 120. Foncart Journ. des Savants 1907, 178f.) mit den Neuanlagen des H. Zusammenhängen, zumal darin gerade die Einteilung des ganzen Hafengebietes hervortritt (vgl. 521 d ἴχρ fieir τΙς *odÖ τῖιδε ** Μονιχίαζ ἰβτί (eiejw). Auf die Bedeutung dieser noch mit [1733] 1733 Hippodamos

5 und R geschriebenen Grenzsteininschriften, die erheblich vor die Mitte des 5. Jhdts. gesetzt werden müssen, im Zusammenhang mit der Gründungszeit von Thurioi für die Datierung der Tätigkeit des H. im Peiraieus, die gewöhnlich zu spät angenommen wird, hat Judeich a. a. O. 72, 6 hingewiesen. Foucart a. a. O. rückt nach ihnen H.s Tätigkeit im Peiraieus sogar bis in die Zeit des Themistokles hinauf; vgl. auch Curtius Stadtgesch. von Athen 109ff. Die Annahme von Hirschfeld (a. a. O. 10) und Milchhöfer (a. a. O. 29), daß H. bei der Anlage des Pei-raiens seine Theorie über die Dreiteilung des Grund und Bodens in heiliges, öffentliches und privates Land (s. u.) habe durchführen wollen, läßt sich nicht erweisen (vgl. auch Erdmann a. a. O. 218 und Wachsmuth II 132, 2); höchstens könnte in der peinlich durchgeführten Markierung der Grundstttcksgrenzen im Peiraieus jene theoretische Vorliebe sich indirekt geltend gemacht haben. Die Notiz endlich in den Scholien zu Aristoph. a. a. O. ὄντος ἐν Πειραιεὶ χατψχεὶ καὶ οἰκίαν εἰχεν, ἤνπερ ἀνήκεν δημοσίαν εἶναι wird vielfach dahin gedeutet, daß H. selbst sein Haus im Peiraieus zur Durchführung eines Straßenzugs dem Staate überlassen habe (vgl. Wachsmuth I 561, 3). Aber die Nachricht, deren Ursprung ganz unkontrollierbar ist, scheint sich garnicht auf H., sondern auf Archeptolemos beziehen zu sollen. Von einer Bautätigkeit des H. in Thurioi ist nichts bezeugt. Doch war auch dort das Stadtgebiet durch vier parallele Hauptstraßen, die von drei breiten Querstraßen rechtwinklig geschnitten wurden, in regelmäßige Quartiere eingeteilt (Diod. XII 10 aus Timaios), und die Stellung, die Aristoteles H. in der Entwickelung des Stadthaus zuschreibt, war gewiß nicht nur auf seine Tätigkeit im Peiraieus gegründet. Sein nachhaltiger Einfluß zeigt sich bei allen späteren Städteanlagen, wie die Nachrichten über den Bebauungsplan vieler Städte lehren und die Überreste des Straßennetzes von Alerandreia (s. o. Bd. I S. 1383) sowie die Ruinen von Priene bestätigt haben.

Indes nicht die praktische Tätigkeit hat das Interesse des Aristoteles für H. erweckt. Er nennt H. als ersten, der, ohne selbst aktiver Politiker zu sein, über die beste Staatsform zu handeln unternommen habe, und teilt auch einiges über die Eigentümlichkeiten des Mannes mit, was an das Auftreten der Sophisten erinnert. Aristoteles bemerkt, in der Sucht aufzufallen, habe H. es so weit getrieben, daß er manchen durch seine Haar-fülle, seinen kostbaren Schmuck und seine weichliche Kleidung einen geckenhaften Eindruck gemacht habe (gegen den Versuch, diese Angaben Aristoteles abzusprechen, vgl. die feinen Bemerkungen Dümmlers Prolegom. zu Platons Staat 7 = Kleine Schriften I 155, 1), und daß er auch ein die ganze Naturwissenschaft um-fassender Gelehrter habe sein wollen (zu dem Ausdruck χερὶ τὴν Step φύσιν vgl. Arist. met. I 6 p. 987b, 1). Auch bei Hesych und Photios wird Η. μειεωρόῖόγος genannt. Trotzdem Aristoteles hiernach H. etwas als Charlatan kennzeichnen wollte, teilt er doch die meisten und bemerkenswertesten Punkte seines Verfassungsentwurfes mit: die Dreiteilung der zu 10000 Staatsangehörigen angenommenen Bürgerschaft in Gewerbe-, Land- [1734] Hippodromios 1734

und Wehrleute, die Einteilung des ertragsfähigen Grund und Bodens in heiliges, öffentliches und privates Land, ferner die ebenso schematische Drittelung der Gesetze, der Gerichte und der Verwaltung. Dazu kommen Bestimmungen über geheime, in einzelnen Fällen spezialisierende Stimmabgabe der Richter, über Auszeichnung der Bürger, die etwas für den Staat Nützliches erfunden hatten, und über Versorgung derHinter-lObliebenen derer, die im Kriege gefallen waren. Ausführlich legt Aristoteles dann die Undurchführbarkeit und Unklarheit dieser Vorschläge dar (alles Pol. II 8}}).

In späterer Zeit wurde H., wir wissen nicht aus welchem Grund, von den Neupythagoreern als einer der ihrigen in Anspruch genommen. Bei Stob. Flor. XLIII 92–94 (= Anthol. IV 1, 93–95 Hense), XCVIII 71 und CIII 26 finden sich umfängliche Bruchstücke zweier dorisch ab-20gefaßter, den gleichen Ursprung verratender Schriften jropi}} ΛολιτβΙας und π«ρ* »νόαιμονίαςθ als deren angebliche Verfasser der Pythagoreer und der Thurier H. genannt werden. Diese Schriften sind neupythagoreische Fälschungen (vgl. Zeller Griech. Philosophie III 2⁴ 116, 12. Henkel Stud. z. Gesch. der griech. Lehre vom Staat 99. 114). bei denen die Angaben des Aristoteles über die Theorie des H. mit ihrer schematischen Drittelung trotz aller Abweichungen und fremder 30 Bestandteile noch hindurchschimmern (vgl. auch Diels a. a. O. 227). Aus demselben Kreis stammt die Notiz, daß die Fythagoreerin Theano ihre Schrift nsQi ἀρετές H. dem Thorier gewidmet habe (Suid. s. θανω), und eben dahin wird es gehören, daß Η. nach Schol. Aristoph. a. a. O. auch als Samier bezeichnet wurde.

Hlppodetes (ΊπηοΜτης). Epiklesis des Herakles, der als Herakles H. ein Heiligtum bei On-chestos hatte; die Legende erklärte den Namen 40 damit, daß Herakles dort die Rosse der feindlichen Orchomenier gefesselt hätte, Paus. IX 26, 1. Nach Hesych. s. Ἰηηοόέτης sprachen andere von einem Kult in Theben.

Hippodromios (ΤττποΛρόμίΟί), mehrfach vor-kommender griechischer Kalendermonat. 1. In Aitolien: a) im Bundeskalender, gleichgesetzt dem delphischen Haios, Collitz Dial.-Inschr. 1987. 2045. 2047. 2058. 2076: b) in Butto IG IX 1, 382; c) in Kallipolis, Collitz Dial.-50 Inseln. 2279; d) in Naupaktos IG IX 1. 359. 2. In Boiotien achter Monat des mit der Wintersonnenwende beginnenden Jahres, geglichen mit dem delphischen Monat Apellaios IG VII 4135, 10 und mit dem diesem gleichzeitigen athenischen Monat Hekatombaion Plut. Cam. 19; auch sonst öfter in Inschriften; vgl. IG VII p. 761. 3. In Lamia IG IX 2, 72, 9. 73, 10. 75, 29. 76, 8. Man gibt ihm auch hier die achte Stelle des mit der Wintersonnenwende beginnen-60den Kalenderjahrs: vgl. Bischoff Leipz. Stud. VII 337ff. und zuletzt Hiller v. Gaertringen Index zu IG IX 2. 4. In verschiedenen Landschaften Thessaliens: a) in der Phthiotis: in Pyrasoe IG IX 2, 133; b) in der Hestiaiotis: in Aiginion; c) in der Pelasgiotis: in Larisa; d) in Perrhaibien: ùt Gonnos, Phalanna und Pythion IG IX 2, Index. In Pyrasos gehört der Monat zur zweiten Hexamenos; an den andern genannten