Historia monachorum pflegt ein anonym überliefertes Werk genannt zu werden, welches eine Reise durch die Mönchskolonien Ägyptens anschaulich schildert und dadurch für die Urgeschichte des morgenländischen Mönchtums von größter Bedeutung ist. Lange war dies Buch nur in der Übersetzung des Rufinus (s. d.) bekannt, erst E. Preuschen gab das griechische Original kritisch heraus (Palladius und Rufinus 1897), freilich in der Meinung, nur eine Übersetzung des Rufin ins Griechische gefunden zu haben. C. Butler (in Texts and Studies VI 1, 1898) erkannte richtig den griechischen Text Preuschens als das von Rufin ins Lateinische übersetzte Original. Als Verfasser nennt Sozomenos, der für seine Mönchserzählungen die H. m. reichlich benützt, VI 29, 2 den Τιμόθεος ὁ τὴν Ἀλεξανδρέων ἐκκλησίαν ἐπιτροπεύσας d. h. den 385 verstorbenen alexandrinischen Patriarchen dieses Namens. Nun hat aber der Verfasser den hl. Johannes von Lykos am 6. Sept. 394, dem Tage der Niederlage des Usurpators Eugenius, besucht (1, 64); also muß sich Sozomenos irren. Butler hat (S. 277) einleuchtend an eine Verwechselung gedacht und den alexandrinischen Archidiakon Timotheos, der 412 Kandidat für den Patriarchenthron war (Socrat. VII 7), als Verfasser vermutet. Der apollinaristische Kirchenhistoriker Timotheos kann nicht gemeint sein (Preuschen 190), da Sozomenos den sehr genau kennt (s. Lietzmann Apollinaris 43f. 153ff.) und nicht mit dem Patriarchen verwechselt hätte. Mancherlei Fäden verknüpfen die H. m. mit der Historia Lausiaca des Palladios (s. d.).