4) Homeros, mit dem Beinamen Sellios oder Sillios (bei Suid. s. Σέλλιος), griechischer Grammatiker. Nach Suid. s. Ὅμηρος schrieb er Hymnen, scherzhafte Gedichte (Παίγνια) und andere Dichtungsarten (εἴδη πλεῖστα), in Prosa περὶ κωμικῶν προσώπων (Personen, Masken oder stereotype Rollen in der Komödie) und περιοχὰς (argumenta) τῶν Μενάνδρου δραμάτων, ein Werk, das wohl auch in der verstümmelten Notiz bei Suidas (s. Σέλλιος) πρὸ Μενάνδρου gemeint ist. Der Titel der Schrift gibt einen Terminus post quem für seine Lebenszeit. Falls seine Dichtungen nicht etwa seinem Namensvetter, dem Mitglied der Pleiade, gehören, so wird er vermutlich ein Vorgänger des Aristophanes von Byzanz gewesen sein, denn die Verbindung von Dichter und Philologe ist später nicht mehr nachweisbar. Da der große Alexandriner ebenfalls den Menander mit Argumenten herausgegeben und περὶ προσώπων geschrieben hat, so werden wohl dessen Werke die Arbeiten des Sellios verdunkelt und vollständig verdrängt haben. Sein Name begegnet sonst nur bei Suid. a. O.