RE:Kallikter

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Epigrammatiker
Band X,2 (1919) S. 16431644
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Kallikter, Verfasser von 10 Epigrammen des XI. Buches der Anth. Pal., von denen die Gruppe 118–122 ihren Spott an einigen Ärzten ausläßt, wobei das Motiv des auf dem Totenbett verabreichten Klystiers dreimal wiederholt wird; ein Arztgedicht ist auch 333. Die Disticha 2. 5. 6, von denen die beiden letzten nicht persönlichen Spott, sondern spruchartige Lebensweisheit enthalten (hier der Humor in dem Gedicht über die Armenhochzeit bemerkenswert), ergeben [1644] ebensowenig wie die erste Gruppe über Zeit und Schule des K. einen Anhalt. Dagegen gestattet 332 vom löcherigen, wassersüchtigen Schiff des πρωρεὺς Εἴκανδρος einen Vergleich mit den dasselbe Motiv variierenden Gedichten des Lukillios 245–247, der seh. zugunsten des letzteren ausfällt. So scheint Lukillios der Erfinder dieses Motives vom lecken Schiff, in dem die Delphine umberschwimmen, K. der banale Nachahmer zu sein. Damit wäre die Zeit des K. nach Nero anzusetzen. 332 v. 5 ist von Preisendanz Rh. Mus. LXXI 278f. durch Ausfüllung der Lücke treffend emendiert, zugleich ist dort die Erklärung des rätselhaften Beinamens der Hss. für Κ. Μαντισίου durch die ebenfalls treffende Emendation Μανησίου gegeben. Der Name Μανήσιος νοn Μανήσιον in Kleinasien entspricht durchaus den Gesetzen griechischer Namenbildung. Den Namen Κιλλάκτωρ, welcher im Lemma der recht banalen Disticha 29 und 45 des V. Buches erscheint, darf man schwerlich anders als eine handschriftliche Verderbnis von K. auffassen, da weder die Form Κιλλακτήρ noch Κιλλάκτωρ (ἄκτωρ zwar selbständig, aber nie in Komposita) Analogien in griechischer Namenbildung zuläßt.

[Thiele. ]