Kandaules (Κανδαύλης; über die Bedeutung des Namens vgl. Pape Gr. Eigenn. Roscher Myth. Lex. s. v.), nach Her. I 7ff. (von ihm abhängig Plut. conv. I 5, 1. Ach. Tat. I 8. Agath. Anth. Pal. VII 567). Ptolem. Chenn. bei Westermann Myth. gr. 192. Tzetz. chil. I 3. Iustin. I 7, 14 (über die Quelle Iustins s. v. Gutschmid Kl. Schr. V 54, nicht widerlegt durch Egelhaaf Verh. d. 46. Phil.-Vers. 123. Smith Am. Journ. of Phil. XXIII 362ff.) Plut. aet. gr. 45. Plat. pol. II 359. Euseb. chron. z. J. Abr. 1300 p. 82 Schöne der letzte König der Herakleidendynastie in Lydien, der (nach Euseb.) 17 Jahre regierte und von Gyges gestürzt wurde. Nach Her. I 7 wurde er von den Griechen auch Μυρσίλος nach seinem Vater Μύρσος genannt; wenn statt seiner bei Nic. Dam. frg. 49, FHG III 380ff. (wahrscheinlich nach Xanthos) ein Sadyattes erscheint, so ist K. vielleicht ein sakraler Beiname (Gelzer Rh. Mus. XXXV 517, 2). Die bekannten, ausführlich von Herodot und Nikolaos Dam. erzählten Geschichten vom Ende des K. sind durch das Märchen vom Ring des Gyges beeinflußt (s. Ptolem. Chenn., Plat., Tzetz. a. a. O.), das hier rationalisiert erscheint, E. Meyer Forschungen II 240. Smith a. a. O. 261ff. 361ff. [1861] Daß Herodot aber selbst eine, sachliche Umbildung in so weitgehender Weise vorgenommen hätte, wie Fohl Trag. Kunst bei Her., Diss. Rost. 1913, 9 annimmt, ist ausgeschlossen. Die Bedeutung der Frau beim Regierungswechsel ist ein häufig wiederkehrendes Motiv in der orientalischen Geschichte (Gelzer a. a. O.; Smith a. a. O. 377ff. möchte vielmehr das Gebaren der Frau als ein Märchenmotiv erklären); aus diesen Gründen ist es nicht lohnend, mit Schubert Gesch. der Könige von Lydien 33ff. Radet La Lydie (Bibl. des éc. franç. LXIII 58. 112ff.) eine Kombination der verschiedenen Traditionen zu versuchen. Als Kunstliebhaber nennt den K. Plin. n. h. XXXV 35; die bekannten Kämpfe der Magneten (das Bild, das K. gekauft hat, soll Kämpfe der Magneten dargestellt haben) fallen allerdings in spätere Zeit, s. Radet a. a. O. 131, 3. Die Zeit des K. bestimmt sich nach der des Gyges, vgl. o. Bd. VII S. 1960ff. Busolt Gr. Gesch.² II 457ff.