RE:Keletron
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Älterer Name von Kastoria in Makedonien | |||
| Band XI,1 (1921) S. 142–146 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XI,1 | Register k | ||
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Keletron ist der ältere, nur von Liv. XXXI 60 40, 2f. bezeugte Name der später als Kastoria bekannten Stadt in der makedonischen Landschaft Orestis. Ihre überaus charakteristische Lage auf einer in den gleichnamigen See vor-springenden Halbinsel wird von Livius gelegentlich der Eroberung durch den Consul P. Sul-pieius Galba im J. 200 v. Chr. in den Worten geschildert: impeium in Oreetidem faeü et oppidum Celetrum est adgressus in paene iruula [143] IW
Keietron
situm; lacus moenia cingit; angustis fauoibus unum ex oontinenti Her est.}} Kaiser Diocletian scheint die Stadt erneuert oder befestigt zu haben, da sie später seinen Namen führt. Prokop, aed. IV 3: ,An der Grenze von Thessalien (ài θεσοαλΙας) vgl. Spruner-Menke Hist. Handatl.
Sie hat n eine Lane λάλειπται) der Insel Hälfte vo. ragend.
76) liegt eine Stadt Δωχλητίανούπολις mit Namen, einst blähend, mit der- Zeit aber durch die Barbaren (Slaveneinbruch!) zerstört und von Bewohnern entblößt. In ihrer Nachbarschaft befindet sich ein See, der Καστόρια heißt. Mitten im See liegt eine Insel, von Fluten umspült.
kannte, daß offenbar leid vorher viel z auf der Insel ließ ihr, vit}} τὰ εἰχθς àqrf [144] Keletron}}
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ἴητ einen Zugang über den See durch lenge (είσοδος ἀπὸ τῆς λίμνης èv στενφ t nicht mehr als 15 Fuß breit. Auf erhebt sich ein sehr hoher Berg, zur m Wasser bedeckt, zur anderen heraus* Da der Kaiser (Iustmian I.) nun er-
die Örtlichkeit von Diokletianupolis it zugänglich sei und, wie erzählt, u leiden gehabt hatte, so baute er. eine überaus feste Stadt und be-3 billig, den Namen* (τό ὄνομα ὡς}} xe τῆ Ai). Den Namen Δωχλη· [145] 145
Keletron
τιανούπολις verzeichnet Hierokl. 635 in Thrakien, wo es auch Notit. ep. 1, 471. 7, 240. 8, 520. 9, 431 als Bischofsitz genannt wird, und 642 in Thessalien. Es ist wohl dasselbe wie bei Prokop und wie das von Const. Porph. them. II bei Makedonien genannte. Dagegen läßt sich die Lage des Itin. Ant. 330 zwischen Edessa und Thessalonica genannten IhoGletianopolis schwer damit in Übereinstimmung bringen, s. Tafel Via Egnatia, Pars occident. 43ff.
Bei späteren Byzantinern werden Stadt und See häufig erwähnt, so bei Georg. Kedren. II 716 (1073), dann Anna Komn. Alex. V 5. 7. 8 und besonders VI 1: ,Die Lage des Ortes ist folgende: Es befindet sich bei Kastoria ein See, in welchen vom Festland her eine Landenge (ZM hineinzieht, die sich gegen das Ende verbreitert und in felsige Berge ausläuft. Um diese Landenge sind Türme und Zwischentürme (μεσοπνργιά) erbaut wie bei einem Kastell, weshalb es auch Kastoria heißt.* Folgt die Schilderung der Belagerung und Eroberung der Stadt durch Kaiser Alexios I. im J. 1081, nachdem sie Boömund, der Sohn Robert Guiskards, 1081 besetzt und nach dessen Abzug der Graf von Brienne tapfer verteidigt hatte. Weitere byzantinische Nachrichten finden sich bei Ephraim 3500–3503. 8691. 8729. 9148. 9378. Georg. Akrop, Kap. 49. 67. 80. Georg. Pachym. I 107 Bonn. Nikeph. Greg. I 48 Bonn. Kantakuz. I 54 Bonn.: Καστοριάς – ὀχυρωτάτης οὐσης διὰ τὸ πανταχόθεν περικλύζεσθαι τῆ λίμνη. Weitere Stellen bei Kantakuz. s. Register. Die wichtigsten Ereignisse der späteren Zeit sind die Eroberung durch den Kaiser von Nikaia, Ioannes Dukas Vatatzes 1254, worauf 1259 ein neuer Vorstoß des Michael Palaiologos gegen dqn Despoten von Epeiros in der Gegend von K. folgte, dann die Eroberung durch den serbischen Zaren Stefan Duschan im J. 1331, nach dessen Tode es König Marko, der Sohn Wukaschins, besaß. Durch Markos Gemahlin kam K. in den Besitz des Fürsten Balsa Balsici von Skodra, mit dessen Niederlage durch Chaireddin, den Feldherrn Sultan Murads I., 1385 an das osmanische Reich. Der Geograph Hadschi Chalfa (Ru-meli und Bosna übers, von J. v. Hammer 1812) beschreibt die Stadt unter dem türkischen Namen Kesrje (S. 97f.). Vgl. hiezu B. Dentzer Topographie der Feldzüge Robert Guiscards in Fest-schr. d. Geogr. Seminars d. Univ. Breslau 1901, 105ff. 119f. Hopf in Allgemeine Encyklop. I 143. Pallmann Guiscard. Ebd. 96, 349. Rosen Kastoria. Ebd. II 34, 249. Kirchlich erscheint Kastoria, bulg. und serb. Kostur genannt, seit dem 12. Jhdt. als Bistum der bulgarischen Metropole Achrida, worüber H. G e 1 z e r Das Patriarchat von Achrida. Leipzig 1902; Byz. Ztschr. XII 691. Μηλιαράκης Ἰστορία τοῦ βασιλείου τῆς Νίκαιας (1898) 181. 193. Eine Reihe weiterer historischer Belege findet man jetzt in dem bulgarischen Werke von Iwanoff Bulgaren in Makedonien. Sofia 1917. Im 18. Jhdt gewann Kastoria Bedeutung als ein geistiger Mittelpunkt des Griechentums und kam 1767 unter das Patriarchat von Konstantinopel, Hertzberg Gesch. Griechenl. s. d. Absterben d. ant. Lebens III 201. Δημίτοας Η Μακέ- [146] Keleutheia
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δονία (1896) 229f. Unter den wenigen neueren Reisenden, welche Kastoria beschrieben haben, steht an erster Stelle Leake (1805) Travels in North. Greece I 322–332. Er gibt einige wertvolle Angaben über die byzantinische Befestigung, die Bevölkerung, den ergiebigen Fischfang und die Schiffahit mit Einbäumen (μονόξυλα) auf dem See. Kürzer Boué Europ. Türkei (Deutsche Ausg.) I 123 und Viquesnel in Mém.
10 Soc. géol. de France II. Serie I (1846) 246. Eine Schilderung mit statistischen Angaben, die jedoch mit großer Vorsicht zu benützen sind, bei Gopcevic Makedonien u. Altserbien (Wien 1889) 134ff. 427. Weiteres bei J. Murray Handbook for Travellers in Greece II. Die Stadt Kastoria hat heute etwa 10000 Einwohner, aus Slaven, Griechen, Türken, Albanern, Walachen, Juden und Zigeunern gemischt. Sie hat ihren jetzigen Namen von dem See erhalten, den zuerst Prokop.
20 a. a. O. nennt. Der illyrische Name K. war durch die Bezeichnung Diokletianupolis verdrängt worden, welche zur Normannenzeit bereits vergessen war. Der Name Kastoria kann etymologisch wohl nur mit κάστωρ in Verbindung gebracht werden und weist auf das für die Balkanhalbinsel im Altertum sonst nicht bezeugte, aber sehr wohl mögliche Vorkommen von Bibern hin. Der See ist nach neuer planimetrischer Ausmessung im geographischen Institut der Universität
30 Wien 28 qk (ältere Angaben 50 qk !) groß und nach den Messungen von J. Cvijic nicht übei-10 m tief. Letzterer gibt eine hydrographisch-geologische Beschreibung in dem leider nur serbisch erschienenen 3. Teile seiner .Grundlinien d. Geogr. und Geol. von Makedonien u. Altserbien¹ (Belgrad 1911) 758–765, sowie eine Karte in seinem (serbischen) Atlas ,Seen von Mazedonien, Altserbien und Epirus* (Belgrad 1902). Nach letzterer und der Generalkarte von Mitteleuropa
40 des Militärgeogr. Instituts ist beifolgendes Kärtchen von A. Feuerstein entworfen; es bringt zum erstenmal den von den alten Quellen so scharf hervorgehobenen Höhenunterschied der Halbinsel gegen die Landenge (über 120 m) zum Ausdruck. Weitere von K. Peuker nach Cvijic berechnete morphologische Werte teilt W. Halbfass in Ztschr. Ges. Erdk. 1904, 206f. mit.