Klonas, nach arkadischer Überlieferung aus Tegea, nach boiotischer aus Theben (Plut. mus. 5), wird von den Alten in die Zeit zwischen Terpander und Archilochos gesetzt (Plut. a. a. O.) und galt ihnen vor allem als Begründer des aulodischen Nomos, d. h. des kunstmäßigen Gesangs zum Aulos. Die Tradition schrieb ihm in offenkundiger Analogie zur Siebenzahl der kitharodischen Nomoi Terpanders sieben aulodische νόμοι zu: ἀπόθετος, ἔλεγος, κωμάρχιος, σχοινίων, κηπίων, ἐπικήδειος (?) und τριμελής (Plut. mus. 4). Da sich diese Namen offenbar alle auf den Charakter der betreffenden Weise beziehen, so liegt kein Grund vor, den ἀπόθετος, σχοινίων, κηπίων und τριμερής dem K. abzusprechen und dem Terpander und Sakadas zu vindizieren (Westphal Plutarch de musica 78f.), denn derartige νόμοι konnten es natürlich ebensogut in der Aulodie wie in der Kitharodie geben. Auch das Zeugnis des Pollux IV 65, der den ἀπόθετος und σχοινίων als [876] auletisch bezeichnet, will nichts besagen, da Pollux hier zwischen auletischen und aulodischen νόμοι gar nicht unterscheidet, vgl. Guhrauer Zur Gesch. der Aulodik 1879. Was den νόμος τριμελής betrifft, so fällt K. die Rolle des Begründers (εὑρετής), Sakadas aber die des Weiterbildners zu (Plut. mus. 8). Ferner werden dem K. die Begründung der προσόδια und die Dichtung von Elegien und Hexametern zugeschrieben (Plut. mus. 8). Aus den widerspruchsvollen und sicher rationalistisch gefärbten Notizen bei Plutarch geht eines mit Sicherheit hervor, nämlich daß unmittelbar nach Terpander auch die Aulodik einen großen Aufschwung nahm und in ihrem ersten bedeutenden Vertreter die Konkurrenz mit der terpandrischen Kitharodik erfolgreich zu bestehen verstand.