RE:Ladanum
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Nervenstärkendes Heilmittel | |||
| Band XII,1 (1924) S. 379–380 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XII,1 | Register l | ||
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Ladanum [...] 2) Ladamas, Lieblingsname auf der rf. Bauchamphora des Brit. Museums E 256 (Catal. III 10 192f.) aus Vulci (Rapp. voie. nr. 346), Höhe 0,70 m. A. Apollon (Ἄπολλονος rot aufgemalt) leierspielend ‘zwischen Artemis und Leto, neben ihm Panther und Reh. B. Drei Pentathloi: Diskoswerfer, Akontist, Faustkämpfer, links von dem Akontisten in der Mitte rot aufgemalt: Phayllos ([Φ]αυλλοζ) rechts von ihm L. (Λαδαμας), zu beiden Seiten des Kopfes καλλος. Zu den Gefäßen mit Phayllos s. Hauser Arch. Jahrb. X HOf. und bes. Furtwängler in Furtwängler-Reich-20 hold II HOf. L. ist die dorisch vokalisierte Form des attischen Namens Ἠεωόάθας, vgl. Kretschmer Vaseninschr. 79, s. auch 40 und 46. L. findet sich allerdings erst aus späterer Zeit auf einer Inschrift aus dem boiotischen Thisba im jüngeren Alphabet. IG VII S. 392 nr. 2296 = SGDI I 247 nr. 748. Die Amphora (abgeb. Catal. III Taf. 10: A. Hoppin Euthymides Taf. 7, vgl. S. 22 und E. N. Gardiner Greek athletic sports Abb. 99, vgl. S. 350ff.: B) wird von Klein Annali 30 1881, 81 (falsch bei Hartwig Meistersch. 168 Pliintias). Hoppin a. a. O. Furtwängler in FurtwänglerReichhold II 110. Hauser in Furtwängler-Reichhold II 223 dem Euthymides, von Smith im Katalog dem Euthymides oder Phin-th.s? eher dem Phintias zugeschrieben (Beazley zählt sie in den Am. vases unter den Werken der beiden Meister nicht auf). Sie ist also im letzten Jahrzehnt des 6. Jhdts. entstanden; vgl. Langlotz Zeitbest. Tabelle. Damit ist wohl die40 Vermutung F u r t w an g 1 er s in Furtwängler-Reichhold II. HOf. über die Persönlichkeit des Phayllos erledigt Wernicke Lieblingsn. 74, 1 und 103, 6. Klein Lieblingsinscbr.2 123.
Ladanum (Labdanum), hebr. lot Genesis. 27, 25. 43, 1; assyr. laduna (aus Damaskus); arab. lädan, ein wohlriechendes, aus den Blättern und jungen Zweigen verschiedener Cistrosenarten (Cistus creticus L., C. cyprius Luck., C. ladani-ferus L.) ausschwitzendes Harz, war früher als 50 nervenstärkendes Heilmittel geschätzt, dient aber gegenwärtig, wenigstens bei uns, nur noch zu Räucherzwecken (Engler-Prantl Nat. Pflanzen-fam. III 6, 334. Heldreich Nutzpfl. 49. Berg Pharm. WareNL I 544). Erwähnt wird es zuerst von Herodot (III 112 τὸ δὲ λήδανον, ro Ἀράβιοι καλίουσι λάδανον), der es sich an den Bärten der Ziegenböcke ansetzen läßt und als Bestandteil vieler Salben sowie vorzüglichstes Räuchermittel der Araber bezeichnet. Richtiger und genauer 60 berichtet über das L. Dioscur. m. m. I 97, 3 W. Es gibt noch eine andere Art κίοθος, λήδον von einigen genannt, ein jenem nahestehender Strauch, doch sind die Blätter größei und dunkler und sondern im Frühjahr eine Art Harz ab: sie wirken adstringierend zu gleichen Zwecken wie der κίνθος. Von ihm wird das sog. L. gewonnen. ,Es streifen nämlich die Ziegen und Böcke beim [380] Abweiden der Blätter das Harz ab, welches wegen seiner Klebrigkeit an den Bärten und Schenkeln haftet: dieses nimmt man ab, reinigt es, formt es zu Stangen und bewahrt es auf. Einige ziehen auch Schnüre über die Zweige hin, schaben das anklebende Harz ab und kneten es. Am besten ist das wohlriechende, grünliche, leicht erweichende, fette, sand- und schmutzfreie, harzige. So ist das auf Kypros gewonnene; das arabische und libysche ist minderwertiger. Es hat adstringierende, erwärmende, erweichende, eröffnende Kraft. Mit Wein, Myrrhe und Myrtenöl gemischt verhindert es das Ausfallen der Haare, mit Wein aufgestrichen macht es die Wundnarben schön, mit Honigmeth oder Rosenöl eingeträufelt heilt es Ohrenschmerzen, als Räucherung befördert es den Abgang der Nachgeburt und heilt in Zäpf-chenibrm Verhärtungen in der Gebärmutter: es wird auch mit Erfolg den schmerzstillenden Arzneien und Hustenmitteln zugesetzt. Mit altem Wein getrunken stillt es den Durchfall, es ist aber auch harntreibend*. Ähnliche Angaben machen Celsus de med. (vgl. Wellmann a. O.). Dioscur» eup. und Plinius (aus der gleichen Quelle, nämlich Sextius Niger) n. h. XII 73. XXVI 47ff. Nach ihm hießen die Neueren das arabische L. storbon, Ausgeschrieben hat die Beschreibung des Dioskur.: Galen XII 28 und diesen wieder Aetius I und Paul. Aegin. VII 3 sowie Orib. tom. V 48 (D). O. Schrader Idg. Reallex. 495.
4άίαρλ*α (CIG II 2513, 2 Demotikon 2αδάρμιος bezw. Λαδαρμία IG XII 1, 4 I 50 u. a.), ein Demos auf der Insel Rhodos, gehörte zur Stadt Lindos. Der Flecken, jetzt ὑλάθρμα. lag am Nordabhang eines Höhenzugs, 15 km nordwestlich von Lindos, H. Kieperts Tab. I.