12) Angebliche Tochter des Seleukos I. und Schwester des Antiochos I. (bei Steph. Byz. s. Ἀντιόχεια und Eustath. zu Dionys. 918 [Geogr. Gr. min. II 379] findet sich die Angabe, Antiochos I. habe die Stadt Laodikeia nach seiner Schwester L. benannt; Malal. p. 198 Bonn. schreibt Seleukos I. zwei Töchter Apama und L. zu). Auf diese Zeugnisse und auf die Bezeichnung der L. Nr. 13 (s. d.) als ὁμοπάτριος ἀδελφή des Antiochos II. bei Polyaen. VIII 50 gestützt, deutete Radet Rev. de phil. XVII 56ff. (zaudernd auch Niese Griech. u. maked. Staaten II 133, 6) die in der ilischen Inschrift Dittenberger Or. 219, 22 erwähnte ἀδελφὴ βασίλισσα auf L. als Schwestergemahlin des Antiochos I. Aber [701] Babelon Rois de Syrie CCXIX und Laqueur Quaestiones epigraphicae (Diss. Straßb. 1904) 74ff. haben den Wert der Zeugnisse für L. mit guten Gründen angefochten. Auch Boeckh CIG II p. 882 zu nr. 3595, Dittenberger zu Or. 219 not. 17 und Wilcken o. Bd. I S. 2452, die aus der ilischen Inschrift auf eine wirkliche Geschwisterehe Antiochos’ I. schließen, machen vom Namen L. keinen Gebrauch. Übrigens bleibt für die ἀδελφὴ βασίλισσα der ilischen Inschrift die schon von Droysen Kl. Schr. I 320f. 326f.; Hell. III² 1, 266, 1 vertretene Auffassung als bloßer Ehrentitel der Königin Stratonike nach wie vor am wahrscheinlichsten, vgl. Breccia Diritto dinastico 159ff. Beloch Gr. Gesch. III 1, 380, 3. 2, 151f. Laqueur a. O. 71ff. 80f. Lenschau Bursians Jahresber. CXXXV 182f., vgl. auch Holleaux Bull. hell. XXVIII 418. Nicht fördernd Bouché-Leclercq Hist. des Séleucides 73. 542. 545f.