RE:Laodikeia 5

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt am Lykos
Band XII,1 (1924) S. 722724
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5) [...] [723] [724] Journ. hell. stud. XXXI 195. 208. XXXIII 57 n. LXIXf. Die Hauptmasse der Inschriften, darunter viele christliche, ist griechisch, nur wenige lateinisch; CIG 3987–3990. Le Bas nr. 1699. Athen. Mitt. XIII 235–272. CIL III 287.[1] 6776f. 13637. Besonders wichtig ist die Inschrift des Bischofs Eugenios; Klio X 233. XI 389. Preu-schen Analecta I 149, von Ramsay Cities and Bishoprics of Phrygia T 513. 543, der sie nur aus 0 einer schon früher gemachten ungenauen und unvollständigen Abschrift in Cod. Vat. Lat. 9072 p. 391 kennt, fälschlich nach Jebb dem phrygischen L. (s. o. Nr. 1) zugeteilt.

L. ist in Yorgan Ladlk wiedergefunden worden, wo noch viele antike Reste vorhanden sind, Cramer Asia min. II 33. Hamilton Reisen in Kleinasien, übers, von Schomburgk 1843, II 186. Dieser Ansatz, der sich durch die Namensähnlichkeit empfahl, wird noch durch Inschriften 20 bestätigt; Athen. Mitt. XIII 238 nr. 11. 13. Elio X 233f. nr. 1. 2. 4. In enger Verbindung mit L. müssen die antiken Siedlungen bei Khadyn Khan (NW.) und Serai Önü (N.) gestanden haben, a. a. O. 233. Die dort gefundenen Inschriften sind unter den oben genannten mit inbegriffen. Auf einer Inschrift ans Khadyn Khan wird eine μ(ητρό)πολις erwähnt, damit ist vielleicht L. als Vorort gemeint; CIG 3989. Die anderen Orte wurden wohl als πάγοι bezeichnet, wie Ramsay 50 Athen. Mitt. XIII 233. 238 nr. 11 aus der Bezeichnung παγάρχης geschlossen hat. In L. gab es Phylen und προστάται φυλῶν und ἀγορανόμοι; CIG 3990 b. In der Umgegend wurde und wird Bergbau auf Quecksilber getrieben, von den dabei gebrauchten Schmelzöfen hat die Stadt vermutlich ihren Namen bekommen; Ramsay Classical rev. XIX 367. Kiepert FOA VIII Text 14a, 25. Wahrscheinlich befand sich nicht weit von L. eine kaiserliche Domäne; Ramsay a. a. O. 369.5) Λαοδίκεια am Lykos. Die Namensform ist

sehr verschieden: daoôixsia Strab. XII 578. Hierokl. 665, 1. Λαοδικία Epist. ad Coloss. I 1. Λαωδικία Papers of the American School, Athens III nr. 621. Λαδικίη Kaibel Epigr. Gr. nr. 530. Λαοδίκηα Head HNa 679. Λαυδικεύς Reisen im südwestl. Kleinas. II 74 nr. 157. Laodicea Cic. ad fam. II 17, 4. Laodicia Plin. n. h. V 105. Lavdicea Cic. ad fam. III 5, 4. CIL III p. 847.[2] Ladicca CIL III nr.[3] 4220. Laudicia CIL X 867.[4] Laudicium Tab. Peut. X 1. Zum Unterschied von den andern Städten gleichen Namens wurde L. bezeichnet als ἐπὶ Λύκω Ptolem. V 2. 15. IGIns. III 177. περὶ τὸν Λύκον App. Mithr. 20 ἀπὸ Λύκου Reisen im südwestlichen Kleinas, a. a. θπρος τῶ Λύκω Osterr. Jahresh XV 36 CIL I² 728. CIG 5881. πρό? Jλκον, Athen. Mitt. 1881, 128 nr. 11. ἐν Καρία Philostrat. vit. soph. II 42, 14. ἐν Φρυγία Polyb. V 57, 5. τῆς Ἀσίας Rev. phil. 1912, 71 nr. 41. Es wurde an Stelle einer 60 früheren Siedlung, die erst Diospolis, später Rhoas hieß (Plin. n. h. V 105), von Antiochos II. gegründet und nach dessen Schwestergemahlin Laodike benannt. Steph. Byz. Eustath. II. 915 (Geogr. gr. min. II 378). Bull. hell. IX 56, gegen Steph. Byz. s. Ἀντιόχεια. Da Antiochos II. die Laodike 240 verstieß, muß die Gründung vor diesem Jahre erfolgt sein. Dann wird L. zuerst wieder genannt im Kriege des Achaios, 220 v. Chr., [723]ὤΟ

Polyb. V 57, 5. Im ersten mithridatischen Krieg wird es in Mitleidenschaft gezogen, App. Mithr. 20. Strab. XII 578, ist aber offenbar ohne Nachteil davongekommen (CIL I 3[5] 728). Zur Zeit Ciceros war es eine bedeutende Stadt Cic. ad fam. III 5, 4. XV 4, 2; ad. Att. V 21, 9, ebenso zu der Strabons, Strab. XII 576. 578. Von den Kämpfen nach Caesars Ermordung wurde auch L. berührt, Cic. ad fam. XII 13, 4. Bald nachher ist aber seine Blüte zurückgegangen; denn 26 10 n. Chr. rechnet Tac. ann. IV 55 L. zu den unbedeutenderen Orten der Provinz. Aber als es unter Nero von einem Erdbeben zerstört wurde, gehört es nach seinen Worten unter die illustres urbes Asiae, ann. XIV 27, Oros. VII 7. Schon unter Tiberius hatte es unter einem Erdbeben gelitten, Suet. Tib. 8. Aus den Besten der Stadt und aus den Inschriften und Münzen läßt sich erkennen, daß L. in der folgenden Zeit an der allgemeinen Blüte teilgenommen hat. 129/30, viel- 20 leicht auch 123/24 (IGIns. III 17) ist es von Hadrian besucht worden, Imhoof-Blumer Kleinas. Münzen 272, es wird λαμπρότατη μητρόπολη genannt, Bull. hell. XI 351, unter Commo-dus eihält es den Titel νεωκόρος, der allerdings erst unter Elagabal auf den Münzen erscheint, CIG 3938. 3941. Head HN2 679. Greek Coins Brit Mus. Phrygia LXXIX. Imhoof-Blumer 271. Die Ära von L. ist ins Jahr 123/24 oder 129/30 zu setzen, Chapot 386. Imhoof-Blumer 30 272. Es stand in freundschaftlichen Beziehungen zu Smyrna, Hierapolis, Pergamon, Nikomedeia, Ephesos; vgl. die d/ohwa-Münzen, Greek Coins 324f. Es verdankte seinen Reichtum seiner günstigen Lage an der großen Straße, die von Ephesos nach dem Osten führte. Strab. XIV 663. Tab. Peut. XI. Chapot Province, romaine d'Asie 78 und der Industrie, die sich vor allem auf der Schafzucht der Umgegend aufbaute, Strab. ΣΠ 578. Iun. Philos. 42 (Geogr. gr. min. 40 II 521); erwähnt werden γναφεῖς, ὀπλουργοί, CIG 3938 = Ramsay Cities and Bishoprics of Phrygia I 74, 8, πορφυροβάφοι, καιροδαπκκαί, Ramsay I 545, εἰματιοπώλης Bull. hell. 1887, 352. Von einer besonderen Art Kleidungsstücken, trimita, hatte die Stadt den Beinamen Trimitaria; vgl. über die Industrie der Stadt vor allem Ramsay 40f.

L. lag im Grenzgebiet von Karien und Phrygien, auf einer Münze thront die Stadtgöttin zwi- 50 sehen den Namen ΦΡΥΓΙΑ Onà KAPIA, Greek Coins 317 nr. 228, also kann man annehmen, daß die Bevölkerung nicht ganz homogen gewesen ist. Später kam auch noch eine starke römische Kolonie dazu, Bamsay I 72, 2.

Von der Verfassung ist einiges bekannt. 4 Phylen werden genannt, Ἀαοδικίς Ramsay I 75, 9, MttoJUV Journ. hell. stud. XVII 408, 10, *Αόηναῖς Bull. hell XI 353, 9, Ἀπολλωνίς Ramsay I 74, 7. Ferner βουλή, δῆμος, Ramsay I 72, 2.60 3. 74, 6. 7, οἰχάνρωτο« I 74, 6, στρατηγοί, ἀγορανόμος Athen. Mitt 1891, 145, ἰργεπιοτάτης Ramsay I 70, γυμνασίαρχος, ἐξεταστῆς, ἀεκώνης I 74, 6. νομοφύλαξ I 69, 5.

Das Christentum kam frühzeitig nach L., epist. ad Coloss. I 1. IV 15. Apokal. 3. 14. Hierokl. 665. 1. Not. episc. I 28. 352. III 305. IV 23. VI 28. VII 28. VIII 28. 403. IX 313. [724] Ἀαοόιχηνή 724-

X 418. XIII 268. Die Liste der Bischöfe, die von L. bekannt geworden sind, vgl. bei Ramsay I 78.

Die Stadt lag über dem Lykos, dort ist die Ruinenstätte gefunden worden: zu den Flüssen von L. vgl. Asopos, Eleinos, Kadmos, Kapros. Eine Wasserleitung brachte das Wasser vom Gebirge, G. Weber Arch. Jahrb. 1898, 1 (mit Plan). Zum Gebiet von L. gehörten Eleinokapria । und Kilarazos (s. d.). Die ausführlichste Behänd* Iung aller Nachrichten über L. steht bei Ramsay I 32–79. 542f. Dazu Journ. hell. stud. 1897, 4 08. Athen. Mitt. 1896, 116. 470. 1898, 363. Sarre Reise in Kleinasien 173, 1–6. Chapot Province romaine d'Asie 140.

[Ruge. ]
  1. Corpus Inscriptionum Latinarum III, 287.
  2. CORPUS INSCRIPTIONUM LATINARUM I2 ff. 847
  3. Corpus Inscriptionum Latinarum III, 0.
  4. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 867.
  5. Corpus Inscriptionum Latinarum I, 3.