Lausus. 1) Sohn des Etruskerkönigs Mezentius, der nach annalistischer Überlieferung nach dem Tode des Aeneas in einer Schlacht gegen die Ankömmlinge und die Latiner fiel (Dion. Hal. I 65, 3; vgl. Cato frg. 12 [Hist. Rom. Rel. I p. 59] bei Macrob. III 5, 10; das angebliche Postumiusfragment Orig. gent. Rom. 15, 3ff. stammt aus Serv. auct. Aen. IX 707. Hist. Rom. Rel. I 54 und Dionys vgl. Peter Sächs. S.-Ber. LXIV 1912, 90). Der Name ist etruskisch (W. Schulze Z. Gesch. d. lat. Eigenn. 85). Ausdiesen kargen Notizen der Sage hat Vergil das rührende Bild des frommen Jünglings geschaffen, der in Aufopferung für den finstern Vater stirbt. Zweimal taucht die Gestalt des L. mit nachdrücklichem Hinweise auf sein Geschick in den Kampfszenen flüchtig auf (Aen. VII 649. X 426), bevor er zu seinem Verderben Aeneas gegenübertritt (X 790). Die bewußte Kunst des Dichters hat den Gegensatz zu dem Gottesverächter Mezentius erfunden und wohl auch die Liebe, die Vater und Sohn verbindet und der einzige milde Zug im Wesen der greisen Recken ist, herausgearbeitet. Die Überlieferung bot ihm vermutlich nicht mehr, als die Tatsachen, die auch uns noch vorliegen. Vgl. Heinze Verg. ep. Techn. 211.