RE:Lepta
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Q. Person bei Cic. fam. | |||
| Band XII,2 (1925) S. 2070–2072 | |||
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Lepta [...] [2071] [2072] Q. Lepta. Vorname und Stellung des Mannes werden von Cicero nur in dem gleichsam offiziellen Briefe genannt, den er um den 13. Febr. 60 704 = 50 in Laodikeia an seinen Amtsvorgänger in der kilikischen Statthalterschaft Ap. Claudius Pülcher richtete (fam. III 7, 4): Q. Leptam prae-fectum fabrum meum tibi obviam misi. Sonst ist in Ciceros Briefen stets nur von L. mit diesem einen Namen die Rede und als von einer dem Cicero sehr nahestehenden Persönlichkeit, aber ohne bestimmtere Angaben. Für seine Her kunft ergibt sich aus fam. IX 13, 1–3, wo dem [2071] 2071 Lepta}}
Anfang 709 = 45 in Spanien weilenden Dola-bella zwei dorthin verschlagene Leute aus Cales als nahe Verwandte und Freunde des L. und um L.s willen dringend empfohlen werden, daß er aus Cales stammte oder wenigstens dort viele Beziehungen hatte; für seine Familienverhältnisse lehrt der um dieselbe Zeit an ihn gerichtete Brief fam. VI 18, 4L, daß er damals einen sich dem Jünglingsalter nähernden Sohn hatte. In Cales ist ein Q. Paconius Q. f. Lepta als höchster Municipalmagistrat, Quattuorvir quinquennalis, sehr angesehen gewesen; es ist nicht unwahrscheinlich, daß dies der Q. Lepta der Ciceronischen Briefe oder sein Sohn ist (CIL X 4654[1] = Dessau 5779 mit Anm.); doch läßt sich aus den wenigen Zeugnissen über Pa-conii (literarisch nur Cic. ad Q. fr. I 1, 19; Mil. 74; sonst zahlreich auf Inschriften aus Delos, auch einmal ein Quintus Paconius Bull. hell. XXXVI 62–64) nichts zur Unterstützung dieser Vermutung entnehmen. Die einzige Erwähnung des L. vor der kilikischen Statthalterschaft Ciceros aus einem an diesen von Caesar im Anfang 700 = 54 gerichteten Briefe (fam. VII 5, 2) ist leider so schlecht überliefert, daß ihre Herstellung und ihr richtiges Verständnis nicht möglich scheint; vielleicht hatte Cicero damals den L. an Caesar nach Gallien empfohlen. Wie er dann dazu kam, ihn als Praefectus fabrum nach Kilikien zu nehmen, ist unbekannt; die Stellung begründete ein sehr enges Verhältnis zwischen beiden Männern oder setzt es eigentlich schon voraus (vgl. darüber Kornemann o. Bd. VI S. 1920fL), und das kommt auch in den Erwähnungen des L. in Ciceros Briefen zum Ausdruck. Schon im August 703 = 51 schrieb Cic. ad Att. V 17, 2: Lepta noster mirifieus est; das Echo der Zufriedenheit Ciceros mit ihm war ein Brief des Atticus im Anfang 704 = 50, der L. hoch erfreute (ebd. VI 1, 22). Auf dem Rückwege aus der Provinz nennt ihn Cicero als seinen Begleiter in Ephesos (ebd. VI 8, 2) und auf der Fahrt von Patrai nach Italien (fam. XVI 4, 4). Nach Ausbruch des Bürgerkrieges war L. mit Cicero Mitte Februar 705 = 49 in Cales, vermutlich seiner Heimat (s. o.), zusammen und wurde von dort mit Briefen Ciceros an Pompeius geschickt (ad Att. VIII 3, 7 aus Cales); einen Monat später übermittelte er von Capua aus dem Cicero nach dem Formianum die neuesten Nachrichten über die Lage des Pompeius in Brundisium und seine Abfahrt (ebd. IX 12, 1. 14, 3). Von Kilikien her hatte er noch im Mai 705 = 49 mit Cicero nicht ganz abgerechnet (ebd. X 11, 2; vgl. Kornemann 1922). Ende 706 = 48 war er wieder bei Cicero in Brundisium und nahm Briefe von ihm nach Rom mit (ebd, XI 8, 1; fam. XIV 17); offenbar hatte er am Bürgerkriege nicht teilgenommen. Im J. 709 = 45 wird er von Cicero in dem schon erwähnten Empfehlungsbriefe an Dolabella mit großer Wärme genannt (fam. IX 13, 1ff., z. B. 3: Lepta, quem omnibus antepono); aus derselben Zeit stammt der von Cicero an ihn selbst gerichtete Brief fam. VI 18, worin auch von den Geschäften des L. in Spanien die Rede ist (2L). außerdem von seinem Interesse an den Angelegenheiten eines Munîcipiums (1. Cales?) und an Ciceros Buch Orator (4), sowie von seinem [2072] Leptines 2072.
jungen Sohne (4L, s. o.). Ein zweiter Brief an ihn vom Ende Juli (fam. VI 19) ist für seine persönlichen Verhältnisse unergiebig. Im August bat er Cicero um Beistand in einer Erbschaftsangelegenheit (ad Att. XIII 48, 1; andere Erwähnungen aus derselben Zeit ebd. 37, 3. 46, 2). Auch im Sommer 710 = 44 stand Cicero mit ihm in Verkehr (fam. XVI 23, 2; etwas später ad Att XV 26, 1; unwahrscheinlich die Ein-10 Setzung seines Namens ebd. XVI 2, 1 durch O. E.
Schmidt Rhein. Mus. LV 404); zuletzt erwähnt er den Empfang eines Briefes von L. in Arpinum im November (ad Att. XVI 15, 3). Die Anspielungen sind teilweise nicht mehr verständlich. Vgl. Drumann GR¹ VI 114.