Lesches (Λέσχης, bei Pausanias Λέσχεως falsch aus dem Genetiv Λέσχεω gebildet nach v. Wilamowitz Hom. Unters. 341. W. Schmid Rh. Mus. XLVIII 626 gegen Immisch ebd. 290), ein unbekannter Dichter aus Pyrrha auf Lesbos, Sohn des Aischylinos, im 5. Jhdt. wohl hervorgezogen vom Lesbier Hellanikos (so W. Schmid), vom Aristotelesschüler Phainias von Eresos auf Lesbos vor Terpander angesetzt, den er für jünger als Archilochos hielt; er habe Arktinos in einem Wettkampf besiegt (Clem. Alex. Strom. I 21. 131, 6). Als Gelehrte für die dem Homer seit dem Ende des 5. Jhdts. (Herodot. II 116) abgesprochenen kyklischen Epen Dichter suchten, wurde für die ,kleine Ilias‘ neben Thestorides, Kinaithon, Diodoros (Schol. Euripid. Troer. 822. Ps.-Herodot. vita Homeri 15f.) auch L. als ihr Verfasser vermutet, ebenso für die Iliupersis neben Arktinos (Proklos. Euseb. chron. Ol. 4): v. Wilamowitz Hom. Unters. 328ff. Während wissenschaftliche Grammatiker stets diese Epen namenlos zitieren oder Dichternamen nur frageweise hinzusetzen, werden später gewisse Namen für gewisse Epen ohne wahrnehmbaren Grund fest, wohl unter dem Einfluß der Schule. Zeugnisse und Literatur zuletzt bei [2136] Bethe Homer II 169. 178; über Iliupersis als Teil der kleinen Ilias 207ff.