RE:Lex Rubria 2
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Bestimmungen über d. Jurisdiktion d. Munizipalmagistrate | |||
| Band XII,2 (1925) S. 2412–2413 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XII,2 | Register l | ||
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2) [...] Lex Rubria. 1) 8. Münzer u. Bd. I A S. 1169 Nr. 2.
2) In den Ruinen von Veleia in der Nähe von Piacenza wurde in» J. 1760 eine Erztafel gefunden, die im J. 1801 nach Parma übertragen wurde. Sie bezeichnete sich als Tafel IV eines Gesetzes, von dem sie die Kapitel XXX-XXIII 10 enthielt. Diese Kapitel enthalten Bestimmungen über die Jurisdiktion der Munizipalmagistrate, und zwar Remission der operis novi nuntiatio, damnutn infectum, Vollstreckung gegen confessi und gegen diejenigen, die ihre prozessualischen Pflichten als Beklagte nicht erfüllen, endlich die Einleitung zu den Bestimmungen über das iudieium familiae herciscundae CIL I 205.[1] XI 1146.[2] Vielleicht hängt die Inschrift mit dem Fragment von Este (Fragmentum Atestinum) zusammen. Beide 20 Inschriften in Bruns FIR⁷ nr. 16 p. 97. nr. 17 p. 101 und bei Riccobono-Baviera-Ferrini FIR I nr. 17 p. 135. nr. 18 p. 140. Die näheren Umstände des Gesetzes sind indessen zweifelhaft. Während nämlich Puchta, Dirksen, Savigny, Huschke, Karlowa annahmen, daß die Tafeln von Veleia (und Ateste) mit der dort Z. 29, 38 genannten L. R. identisch seien (so bes. Puchta) und sie demnach weiter als Zeitpunkt des Erlasses des Gesetzes das J. 41 v. Chr. voraus-10 setzten, wo Augustus Gallia Cisalpina zu Italien schlug, hat Mommsen, dem die neuere Literatur folgt (vgl. Münzer u. Bd. IAS. 1170 Nr. 5), vielmehr geglaubt, daß eben durch die Bezugnahme auf die L. R. deren anderweitige, mit unseren Tafeln nicht identische Existenz dargetan sei (abweichend Kipp). Das Gesetz ist erlassen, so meint Mommsen, nachdem Gallia Trans-padana 49 v. Chr. durch die L. Roscia die Civi-tat erhalten habe, und sei in die Zeit zu setzen, Ο wo Gallia Transpadana noch Provinz war, also vor das J. 42 v. Chr. und eine lex data (dagegen Kipp). Die Ansicht Mommsens wird teilweise vornehmlich dadurch unterstützt, daß die Inschrift selbst mehrfach von Gallia Cisalpina spricht, die demnach damals noch rechtlich existiert haben muß. Wlassak hat weiter angenommen, daß die Inschrift eine Rechtsordnung wiedergibt, die ziemlich übereinstimmend in allen Bürgerstädten seit Beendigung des Bundesgenossenkrieges in 0 Kraft getreten sei und deren Aufhebung erst durch die von Wlassak vermutete Augusteische Städteordnung erfolgte. Unter dem Widerspruch Wlassaks hat dann Gradenwitz gemeint, daß bes. in Kap. XX zahlreiche Verstöße vorliegen, die sich als Synonyma charakterisieren und einer unglücklichen Glossatorenhand zuzurechnen wären.
Literatur: Puchta Kleine zivilistische Schriften LXXI 518ff. Savigny Vermischte Schriften III 319. 377ff. Huschke in seinem) Gaius 203ff. Karlowa Röm. Rechtsgesch. I 441. Dirksen Observationes ad selecta Galliae cisal-pinae capita 1812. Mommsen Ges. Schr. I 175ff,; Ephem. epigr. IX 4. Ritschl Opuscula IV 34. Wlassak S-Ber. Akad. Wien CXCVII 4, 274; Röm. Prozeßgesetze I 191. 197. II 221. 234. Graden witz Versuch einer Dekomposition des Rubrischen Fragmentes, S.-Ber. Akad. Heidelb. 1915, 1ff. Krüger Literatur u. Quellen 79. [2413]
RE:Lex Rufrena
Lex.] Kufrena
Kipp Gesch. der Quellen § 8, bes, Anm. 10. Len el in Holtzendorff Kohlers Enzyklopaedie I' 1914, 338. Eotondi Leges publicae 4 36. 494. und jetzt bes. Püschel Confessus iudicato est 1924, 11–130. - Liebenam Art. Duoviri o. Bd. V S. 1828. [E. Weiss.]